Wernigerode. Noch braucht man viel Fantasie, um sich den schicken, modernen Neubau auf der Baustelle der Kindertagesstätte "Zwergenland" vorzustellen. Baufahrzeuge, Schutt, ein riesiger Kran – aber immerhin, der Rohbau steht bereits auf dem Gelände an der Albert-Schweitzer-Straße im Wohngebiet Burgbreite, so dass gestern Richtfest gefeiert werden konnte.

Vor mehr als einem Jahr waren die Bauarbeiter angerückt und hatten zuerst den südlichen Teil des Gebäudekomplexes abgerissen. Auf den Mauern des Kellergeschosses wurde seit diesem Frühjahr der Neubau hochgezogen. "Ihr seid noch so jung, ihr habt die ersten Risse an eurer Tagesstätte noch gar nicht mit erlebt", sagte Oberbürgermeister Peter Gaffert zu den Mädchen und Jungen, die mit einem musikalischen Programm auf das Richtfest eingestimmt hatten.

In der Tat: 1972 erbaut, wurden schon gut 20 Jahre später die ersten Risse am Gemäuer entdeckt. Ein Gutachten hatte 1996 ergeben, dass die Sanierung der Baufehler erheblich teurer sein würde als ein Neubau. Mit diesem Wissen wurden Investitionen für die Werterhaltung der Einrichtung auf einem Minimum gehalten. Das Geld für den kompletten Neubau fehlte lange. Nach etlichen Anfragen sagte das Sozialministerium im August 2008 endlich eine Förderung zu. Das war auch allerhöchste Zeit. Inzwischen befand sich das Gebäude nämlich in einem erbärmlichen Zustand: zugenagelte Fenster, schlecht schließende Türen, zugesetzte Wasserleitungen, überholte Elektroanlagen, verschlissene Bodenbeläge – was auch den Unmut der Eltern bewirkte.

2,5 Millionen Euro sind für das Bauvorhaben einge-plant. 1,74 Millionen Euro wolle das Land übernehmen, den Rest die Stadt. "Dass die Arbeiten inzwischen so weit vorangeschritten sind, ist ein frühes Weihnachtsgeschenk für die Kinder und Mitarbeiter des Zwergenlands", so Peter Gaffert, der sich bei den Bauleuten herzlich bedankte. Wenn weiter alles glatt laufe, stehe der Eröffnung zum nächsten Weihnachtsfest nichts mehr im Wege. Und dann schmückt sich die Burgbreite nicht nur mit einer schicken neuen Tagesstätte, sondern gleichzeitig mit dem ersten Musikkindergarten der Stadt.

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