Zwei bisher schon als schutzwürdig erkannte Gebiete bei Rübeland und Elbingerode bis zur Gemarkung Wernigerode sollen das europäische Netz von Schutzflächen verstärken. Die Ausweisung von Gebieten am Bielstein und am Büchenberg als Naturschutzgebiete sind in Arbeit. Öffentliche Erörterung ist am 19. Juli.

Rübeland. Mit einem Abstieg in die Bielsteinhöhle wurde gestern die Ausweisung zweier Naturschutzgebiete praktisch eröffnet. Das "Bielsteinhöhlengebiet bei Rübeland" und das "Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode" sollen ans Netz europäischer Schutzgebiete im Verbund "Natura 2000" angeschlossen werden.

Angeführt von Höhlenexperte Ernst Schuhose sowie Michael Müller, Vizechef der Höhlenforschergruppe Rübeland, zogen Vertreter des Landesverwaltungsamtes und der Medien untertage. Die Höhlenfreunde zeigten sich überrascht vom großen Medieninteresse, kamen aber selbst immer wieder über die Natur ins Schwärmen.

Das Bielsteingebiet gilt als schützenswerter Standort für Devonkalkstein mit intensiver Verkarstung, in der zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere leben. So vor allem das Maus-ohr, eine Fledermausart, die laut Experte Bernd Ohlendorf in den 70-er Jahren fast ausgestorben wäre. Am Bielstein feiere sie fröhliche Urständ und stehe jetzt kurz vor der Schwärmzeit. In etwa 14 Tagen würden tausende Mausohren die für sie sehr gut zugänglich gemachte (und für Unbefugte gesperrte) Bielsteinhöhle anfliegen. Auch für weitere Arten wie Nord-, die Fransen- und die Bechsteinfledermaus sei die Höhle eines der wichtigsten Winter- sowie Schwärmquartiere im Harz, wurde betont. Zu den schützenswerten Pflanzen zählen u. a. Blockschuttfluren, Halbtrockenrasen und seltene Farne sowie landesweit einzigartige Moosarten.

Das Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode wiederum sei als Hinterlassenschaft des Eisenerzbergbaus vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert schützenswert. Es beherberge ebenfalls viele Fledermausarten, so u. a. die seltene Mopsfledermaus. Übertage biete des Gebiet am Büchenberg strukturreiche Wälder mit Steinschutt- und Felsflächen als besonderer Lebensraum für ebenfalls nicht alltägliche Pflanzen- und Tierarten, darunter für die scheue Harzer Wildkatze.

Die beiden wildromantischen Gebiete verdienen den besonderen Schutz, so der Referent für Naturschutz im Landesverwaltungsamt, Torsten Pietsche, sowie Mitarbeiter Jens Stolle. Deshalb der Erlass des Umweltministeriums, deshalb auch das öffentliche Verfahren. Es soll in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Am 19. Juli ist in Elbingerode ein Erörterungstermin für Interessierte um 18 Uhr im Haus Bodfeld. Dazu sind interessierte Bürger herzlich eingeladen.

   

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