Von Tom Koch

Halberstadt/Wernigerode. Michael Ermrich ist offiziell kein Befürworter des Wernigeröder "WR"-Vorstoßes. Der Landrat erklärte nach dem jüngsten Stadtratsbeschluss, er sei "an der Integration in unserem Harzkreis interessiert, darum bin ich natürlich ein Verfechter des gemeinsamen HZ-Auto-Kennzeichens".

Wernigerodes Stadträte hatten jüngst Oberbürgermeister Peter Gaffert beauftragt, für eine Rückkehr des "WR"-Kennzeichens an die Fahrzeuge mit der Kreisverwaltung und dem Innenministerium zu verhandeln. Hintergrund dafür sind solche Bestrebungen nach Kreisgebietsreformen im Vogtland oder auf der Insel Rügen. Bundesweit gibt bislang einzelne Beispiele, dass es in einem Landkreis mehrere Auto-Kenn- zeichen gibt, so in Hessen und im Saarland (Volksstimme berichtete).

Kreis-Ordnungsdezernent Bernhard Petzold kündigte an, die Behörde werde den Wernigeröder Antrag "ganz korrekt, ganz sorgsam und ganz sauber prüfen", schließlich betrete man dabei juristisches Neuland. Petzold sagte auch, er stehe diesem Thema offen gegenüber, weil er dabei in den kommenden Jahren "noch große Veränderungen" erwarte.

"Wurde einfach für die Elbingeröder mitentschieden?"

Michael Ermrich, bekanntermaßen ein Befürworter eines aus zwei Buchstaben gebildeten Kennzeichens für den 2007 fusionierten Harzkreis, bekräftigte, mit "HZ" sei eine gute Lösung gefunden worden.

Den Wernigeröder Ratsbeschluss kommentierte er mit der Frage: "Was hat das für Folgen für die Derenburger oder Elbingeröder? Haben die Wernigeröder einfach für sie mitentschieden? Ich finde, das ist nicht zu Ende gedacht."

Im Fall von Rügen, dieser Inselkreis soll nach Stralsund eingemeindet werden, räumte der CDU-Kommunalpolitiker indes ein: "Für den Wunsch der Insulaner, die gern ihr ‘RÜG‘ behalten wollten, hege ich eine gewisse Sympathie."

96 Prozent der befragten Wernigeröder haben sich gegenüber der Hochschule Heilbronn für eine "WR"-Rückkehr an ihre Fahrzeuge ausgesprochen. Dieser Wert sei außergewöhnlich hoch, heißt es in der wissenschaftlichen Auswertung. Viele Menschen identifizieren sich stark mit dem Autokennzeichen, oftmals werde auf die damit verbundene kostenlose Werbung verwiesen. Dass "WR" als starke touristische Marke nach und nach aus dem Straßenverkehr verschwinde, wird mehrheitlich bedauert.

Deshalb haben die Stadträte Peter Gaffert beauftragt, sich für "WR" an den Autos der Wernigeröder einzusetzen.