Trotz bis zu zwölfstündigen Schichten der Bauhofleute allein zu Weihnachten sind die Schneemassen nicht zu bewältigen. Etliche Bürger beschweren sich, eine Anwohnerin in Elbingerode chartert gar private Räumdiensthilfe. Der Bauhof-Vize Oberharz sieht Land und bittet um Verständnis, dass wichtige Verbindungen Vorrang haben.

Stadt Oberharz/Elbingerode. Während der Winterdienst von den meisten Anwohnern in den Straßen und vor allem von den Fah-rern sehnsüchtig erwartet und begrüßt wird, hat Monika Galisch in der Heinrich-Heine-Straße ein bisschen Angst vor dem Schneepflug. Der Grund: "Jedesmal, wenn er hier durchfährt, wird mein Haus komplett zugeschoben", sagte die Elbingeröderin halb lachend, halb zornig. Sicher, die Situation mit dem vielen Schnee dieser Tage sei gerade an einer schmalen und steilen Straße wie der Heinestraße besonders kompliziert, wirft sie ein. Aber ihre Hauswand ständig zuzuzuschieben, sei ein Unding. "Die Feuchtigkeit dringt ins Gemäuer und in den Keller, ich selbst kann oft gar nicht mehr mit dem Auto in die Garage fahren, weil ich nicht um den Schneeberg herum komme", so Frau Galisch.

Ausgerechnet am Tag vor Heiligabend kamen dann noch ein Heizungsdefekt und gehörige Parkprobleme für den Monteur dazu. "Das muss doch nicht sein, wir zahlen auch Steuern", so Monika Galisch.

"Wir tun, was wir können, überall gleichzeitig können wir aber nicht räumen", entgegnet Andreas Weingarten unmissverständlich. Er ist der stellvertretender Bauhofleiter der Stadt Oberharz und für den Räumdienst die letzten Tage verantwortlich. "Zehn- und Zwölf-Stunden-Schichten über Weihnachten haben wir gefahren, um das Nötigste zu schaffen", berichtete er.

Dabei werde nach Dringlichkeit verfahren. "Es geht nicht danach, wer am lautesten schreit, sondern danach, wo die meisten Leute betroffen sind, zum Beispiel früh zur Arbeit müssen", so der Winterdienstchef. Und: "Wir sind in vielen Orten, so zum Beispiel auch in Tanne oder Benneckenstein, wo die Lage noch schlimmer ist als in Elbingerode. Wir können nur um Verständnis bitten, überall können wir nicht sein."

<6>Es habe etliche Beschwerden gegeben, so Andreas Weingarten weiter, aber auch Anerkennung und Lob für schwierige Räumarbeit, während viele andere Bürger gemütlich am Tannenbaum saßen. "Da gab es auch mal einen Schokoladenweihnachtsmann oder ein paar nette Worte als Dank, das motiviert", so Weingarten.

Auch Monika Galisch zeigt Verständnis, kann aber nicht gelten lassen, dass sich lange gar nichts bewege. Schon vor Wochen habe sie auf den Schnee an ihrem Haus hingewiesen, nun holte sie sich privat Hilfe. Seit Dienstag ist der Schneeberg endlich weg, auf eigene Kosten, wie die Elbingeröderin betont: "Aber das ist keine Dauerlösung", sagt sie und hofft, dass es zu Silvester nicht schon wieder schneit.

   

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