Das seit langen Jahren leerstehende Hotel "Wurm-bergblick" in Schierke wird derzeit abgerissen. Die Beseitigung dieses Schandflecks ist der Startschuss für die zukünftige Entwicklung des Harzdorfes zu einem Touristenmagneten.

Schierke. Die Schaufel des Baggers frisst sich in die über 100 Jahre alten Wände, reißt Steinbrocken und Holzverkleidungen nieder – dort wo früher Feriengäste Erholung fanden. Nach und nach wird das einstige Hotel "Wurmbergblick" dem Erdboden gleich gemacht. Bei diesem Anblick hat sicher so mancher Anwohner einen Kloß im Hals, ist die Hotelanlage doch Zeitzeuge von Schierkes früherer Blütezeit.

1890 als Sanatorium "Dr. med. Otto Haug" gebaut und später zum Hotel erweitert, gehörte das Haus zu den repräsentativsten Erholungs- und Villenbauten Schierkes und prägte lange Jahre den Ruf des Harzdorfes als exklusiver Kur- und Wintersportort. Doch schon vor der Wende verfiel das Gebäude, zu DDR-Zeiten das FDGB-Erholungsheim "Herrmann Gieseler", zusehends. Seit 1990 steht es leer. Die Besitzer wechselten mehrmals, die dringend notwendige Sanierung blieb aus, der umgebende Park verwilderte. Inzwischen ist das Gebäude stark einsturzgefährdet. Eine Rettung ist nicht mehr möglich. Tragende Teile wie Dach- und Deckenbalken sind morsch. Die Standsicherheit ist nicht mehr gegegeben.

Dennoch: "Wir haben uns sehr schwer damit getan, dem Abriss schließlich zuzustimmen", so Oberbürgermeister Peter Gaffert. 192 000 Euro sind dafür in den städtischen Haushalt eingestellt. Die Gemeinde Schierke hatte das Grundstück samt Gebäude noch vor der Eingemeindung zurückgekauft, so dass die Besitzverhältnisse geklärt sind. Auch die Untere Denkmalschutzbehörde hat ihr Okay gegeben – mit der Auflage, die Parkanlage weiter zu erhalten.

Lange leerstehen soll das Areal nicht. "Wir sind in Verhandlung mit einigen Investoren und hoffen, dass diese ab 2012 ihre Pläne und Projekte in Schierke verwirklichen", so Gaffert. Vielleicht sogar mit einem neuen großen Hotel auf dem Gelände des einstigen "Wurmbergblicks".

Deshalb sei der Abriss kein Rückschritt, sondern – ganz im Gegenteil – ein "Aufbruchssignal für Schierke und seine zukünftige Entwicklung". "Schierke 2015" heißt die kühne Vision der Stadtverwaltung (nach dem Konzept von Prof. Wolf-Rüdiger Eisentraut, wir berichteten), die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden soll, um das Harzdorf wieder in einen Touristenmagneten zu verwandeln.