Schierke l Gerade einmal neun Monate nach dem ersten Spatenstich haben Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU), Finanzstaatssekretär Jörg Felgner und Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) am Freitag mit dem Scherenschnitt symbolisch die Arbeiten an den ersten zwei von drei geplanten Brücken in Schierke beendet. Daneben waren zahlreiche Kommunalpolitiker, Vertreter von Bau- und Planungsbetrieben und viele Schaulustige aus dem Brockenort bei heftigem Flockenwirbel zum offiziellen Abschluss der Arbeiten gekommen.

Das Bauwerk in Unterschierke am Hotel Bodeblick ist 44 Meter lang. Eine Besonderheit stellt die kurvige Linienführung dar. Dadurch soll sich die Brücke besser in das Landschaftsbild integrieren. Sie befindet sich 6,60 Meter über dem Wasserspiegel, die Breite beträgt 8,70 Meter. Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen können sie nutzen. Für die Bauarbeiten musste die Trafostation versetzt und die Garage eines Planwagen-Unternehmens in die alte Wernigeröder Straße verlegt werden. Im kommenden Jahr soll noch eine Rad- und Fußgängerbrücke am Hotel Bodeblick errichtet werden.

An der Jugendherberge in Oberschierke wurde eine 11,10 Meter lange Brücke freigegeben. Sie ist ebenfalls für Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen geeignet und stattliche 12,80 Meter breit und wurde parallel zur alten Brücke errichtet, um ein dauerhaftes Erreichen der waldnahen Wege und Forststraßen auch während der Bautätigkeit zu ermöglichen. Die Besonderheit dort war, dass für den Bau der Brücke und den Anschluss an die Brockenstraße ein Einfamilienhaus abgerissen werden musste.

Diese Brückenbauten sind Bestandteil der Geländeerschließung, um die touristische Infrastruktur am Barenberg und Winterberg in Schierke auszubauen. "Mehr als eine Million Tagesgäste in der Brockenregion müssen optimal ihre Ziele erreichen können", sagte Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff. "Dazu ist auch eine adäquate Infrastruktur notwendig. Das Land sieht sich dazu in der Pflicht, und wir sind überzeugt, dass die vorbereiteten Schritte in Schierke die richtigen sind". Ihr Ministerium bezifferte die Gesamtkosten der beiden Brücken auf rund 7,9 Millionen Euro, die vom Land, dem Bund und der Europäischen Union bezuschusst wurden.

"Mit unseren ersten öffentlichen Investitionen tragen wir dazu bei, dass Schierke langfristig für private Investitionen interessant wird", so Peter Gaffert. Der Ort, der einstmals als "Sankt Moritz des Nordens" bezeichnet wurde, erhofft sich von der Umgestaltung einen deutlichen Aufschwung, erklärte die sichtlich erfreute Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) nach dem Scherenschnitt.