Wolmirstedt l Kerstin König ist die neue Schulsozialarbeiterin in der Diesterweg-Schule. Die 50-Jährige steht nicht nur bei Kummer und Sorgen zur Verfügung, sondern organisiert auch Projekte und hält bei Bedarf den Kontakt zu anderen Einrichtungen, wie dem Jugendamt oder dem Heilpädagogischen Zentrum "Don Bosco".

"Ich bin für die Kinder eine andere Ansprechpartnerin neben den Lehrern", sagt Kerstin König. "Lehrer unterrichten, müssen werten und bewerten", sagt Schulleiterin Petra Heimlich, "die Schulsozialarbeiterin ist eine Person, die loyal ist."

Die Diesterweg-Schule ist eine große, helle und freundliche Grundschule mit 185 Kindern. Die allermeisten Kinder, die zu Kerstin König kommen, haben die klassischen Kinderprobleme. "Schubsen auf dem Schulhof", nennt sie ein Beispiel. Solche Dinge werden meist laut und aufgeregt vorgetragen, sind schnell gelöst und vergessen. "Kinder, die ernsthafte Probleme haben, reagieren verhaltener, sprechen meist gar nicht darüber", weiß Kerstin König, "manchmal fällt nur ein einziger Satz." Die Signale, dass ein Kind Probleme haben könnte, kommen oft auch vom Lehrer. "Lehrer arbeiten jeden Tag mit den Kindern. Sie erleben, wenn sich ein Kind plötzlich zurückzieht oder sehr dominant auftritt", erklärt Petra Heimlich, "das sind immer besondere Anzeichen. "

Die Schulsozialarbeiterin arbeitet in jedem Falle mit Kindern und Eltern zusammen. Manchmal auch mit dem Jugendamt. Besonders eng ist auch der Kontakt zum Heilpädagogischen Zentrum "Don Bosco". Dort bekommen Kinder für ihre Entwicklung eine besondere Unterstützung. "Diese Kontakte intensiv zu halten, das können Lehrer nicht leisten", sagt Petra Heimlich. Getragen wird die Schulsozialarbeiterin vom Kinderschutzbund. Deren Geschäftsführerin Marlies Schünemann hat sich dafür stark gemacht.

Kerstin König ist jedoch nicht nur für Probleme da, sondern plant mit den Grundschülern gerade ein großes buntes Projekt. "Wir wollen die Schulhofmauer mit einem Graffiti gestalten", sagt sie, "die Kinder bringen ihre Ideen ein. Bei der Umsetzung werden wir die Graffiti-Arbeitsgemeinschaft des Bildungs- und Freizeitzentrums um Unterstützung bitten." Außerdem gestaltet Kerstin König Ferienworkshops, an denen auch Kinder teilnehmen können, die den Hort nicht besuchen.