Börde-Landrat Hans Walker hat die Kleingartensparte "Tag des Bergmanns 1973" in Wolmirstedt besucht. Nach einer Gesprächsrunde, in der es um Probleme der Pächter ging, ließ er sich auch die Anlage zeigen.

Wolmirstedt l Einen besonderen Gast haben die Pächter der Kleingartensparte "Tag des Bergmanns 1973" in Wolmirstedt sowie Gäste aus anderen Kleingärten des Kreises am Freitag empfangen. Hans Walker, Landrat des Landkreises Börde, besuchte die Sparte am Bauernweg. Unter anderem aus Hermsdorf und Ebendorf waren ebenfalls Kleingärtner zu dem Treffen gekommen. Bei einem herzhaften Frühstück im Vereinshaus hatten die Pächter die Chance, dem Politiker Fragen zu stellen und Probleme im Zusammenhang mit dem Kleingartenwesen anzusprechen.

"Das Ziel ist es, das Verbrennen in zwei, drei Jahren ganz von der Tagesordnung zu nehmen."

Hans Walker, Landrat des Landkreises Börde

Den Anfang machte Armin Bartz, Vorsitzender des Kreisverbandes der Kleingärtner mit Sitz in Wolmirstedt. "Ich glaube, wir haben nun mittlerweile in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen begriffen, dass der demografische Wandel uns alle einholen wird. Darum mache ich heute primär Werbung für das Kleingartenwesen", begann er seine Rede. Der Leerstand von Parzellen - besonders in den ländlichen Gemeinden - sei ein großes Problem.

"Die Kleingartenanlagen sind den heutigen Bedürfnissen anzupassen und gegebenenfalls neu zu strukturieren", sagte Bartz. Ein Konzept, wonach diese Neustrukturierung umgesetzt werden könnte, "müssen wir selber mit anschieben", sagte er. Jeder Verein solle sich an der Entwicklung einer Strategie beteiligen. Wichtig für die Vereine sei es, sich darüber klar zu werden, wie sich die Belegung der jeweiligen Parzellen innerhalb der nächsten zehn Jahre tatsächlich entwickeln werde. "Hier darf man sich keinerlei Illusionen hingeben."

Anschließend stellte Vorsitzender Frank Greiser kurz den Verein "Tag des Bergmanns 1973" vor. "Wir haben gerade unser 40. Bestehen gefeiert", erklärte er. Von 84 Parzellen stehen laut Greiser momentan zwei leer. In den vergangenen zwei Jahren seien 15 neue Pachtverträge abgeschlossen worden. "In Wolmirstedt gibt es nicht so viel Leerstand wie außerhalb der Stadt in ländlichen Gegenden", erläuterte Christine Lersch, Schatzmeisterin im Kreisverband. "Wir haben über das Thema Kleingärten auch schon gesprochen", sagte Landrat Hans Walker. "Wer zahlt zum Beispiel den Rückbau, wenn Parzellen leer stehen", fragte er rhetorisch. Eine Antwort auf diese Frage gab es am Freitag nicht.

Anneliese Bonke vom Kleingartenverein "Wolmirstedt 1947" wollte wissen, ob es stimmt, dass Grünschnitt in Wolmirstedt in diesem Jahr nicht abgeholt wird und "dann wieder die Gartenfeuer lodern". Hans Walker notierte sich die Frage der Gärtnerin und versprach, den Sachverhalt zu prüfen. "Das Gegenteil sollte der Fall sein", betonte er. Walker wies auf die Einhaltung der Brennordnung hin. "Der Landkreis Börde ist einer von vier Landkreisen, die noch verbrennen dürfen. Das Ziel ist es, das Verbrennen in zwei, drei Jahren ganz von der Tagesordnung zu nehmen", ergänzte der Landrat.

Nach dem Gespräch machten sich alle auf den Weg zu einem Rundegang durch die Anlage. Unterwegs plauderte Walker weiter mit den Kleingärtnern - zum Beispiel über die schlanken Apfelbäume von Pächter Siegfried Rösner.

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