Hermsdorf. Im Abstand von nur wenigen Minuten steuerten am Mittwochabend zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge das Unternehmen Ball Packaging Europe im Hermsdorfer Gewerbegebiet an. Es war glücklicherweise kein Ernstfall, aber sowohl die Werksangehörigen als auch die Feuerwehrleute wollen für solch einen Fall vorbereitet sein.

Deshab wurde bei dieser Übung, wie sie übrigens seit 1993 in regelmäßigen Abständen hier stattfindet, auch großen Wert auf das Zusammenspiel der Mitarbeiter und der externen Feuerwehren gelegt.

Es wurde angenommen, dass in der Produktionshalle ein Brand ausgebrochen war. Das Feuer löste eine Panik aus, so dass es in der Wascherhalle noch zu einem Chemieunfall kam. Ein Mitarbeiter einer Fremdfirma, dargestellt von einer Puppe, wurde beim Verlassen verschüttet. Ein weiterer Mitarbeiter wurde im Bereich des Versandes vermisst und musste von den Rettungskräften gesucht werden.

"Ich war sehr erfreut über das disziplinierte Verhalten der Mitarbeiter und darüber, dass die Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben ihre Sache voll erfüllt haben", erklärte Werkleiter Lorenz Piegl in einer kurzen Auswertung. So habe beispielsweise die Selbsthilfegruppe aus Werksangehörigen an der simulierten Brandstelle den Einsatz der Feuerwehr gut vorbereitet. In dem Verhalten der Mitarbeiter war auch zu erkennen, dass die regelmäßigen Schulungen im vorbeugenden Brandschutz und zum Verhalten im Brand- und Katastrophenfall Früchte tragen. "Im Ernstfall muss alles klappen", unterstrich Piegl, der seinen Dank auch an die Feuerwehrkameraden richtete. Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert.

Insgesamt waren 118 Feuerwehrleute mit 23 Fahrzeugen auf dem Werksgelände vor Ort, die sich um die Aufgaben in den verschiedenen Bereichen kümmerten. Außer Bornstedt waren alle Ortsfeuerwehren der Gemeinde Hohe Börde in diese Übung eingebunden. Und so konnte auch Gemeindewehrleiter Axel Klitschke, der neben Marcel Hartmann und Christian Dudek zur Einsatzleitung gehörte, auch in der Auswertung ein positives Fazit ziehen. Die kleinen Fehler, die notiert wurden, sollen in Zukunft nicht mehr gemacht werden. Auch besteht die Hoffnung, dass die Schwierigkeiten mit den Funkverbindungen mit dem Einsatz des Digitalfunks aus der Welt geschafft werden können. In die Auswertung waren ebenso die Beobachter des Werkes mit einbezogen.

Axel Klitschke bedankte sich, dass die Feuerwehren mit einem Großaufgebot auf dem Werksgelände üben konnten. Schon jetzt ist auch für das kommende Jahr eine Übung geplant, in die auch der Chemische Dienst des Landkreises involviert werden soll. "Wir planen außerdem mit unseren Feuerwehren weitere Übungen, auch an anderen Schwerpunktobjekten im Gemeindegebiet", erklärte Marcel Hartmann, der in der Gemeindewehrleitung für die Aus- und Fortbildung zuständig ist.

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