Von Friederike Buss

Barleben. Eng aneinander gekuschelt sitzen die Jungen und Mädchen der Kita "Gut Arn-stedt" in der Barleber Kirche. Das Gotteshaus ist nur einen Steinwurf von ihrer Einrichtung entfernt. Es ist kalt in Sankt Peter und Paul. Auf dem Fußboden brennen vier Kerzen an einem Adventskranz, die Kleinen lauschen andächtig dem Hirtenspiel, das die Erzieherinnen für sie einstudiert haben. Bunte Figuren aus Pappe tanzen an Holzstäben. Pastor Johannes Könitz greift zur musikalischen Untermalung in die Saiten seiner Gitarre. "Sind ja schon meine Stammgäste", meint er schmunzelnd.

Die Erzählung "Die vier Lichter des Hirten Simon" von Gerda Scheidl vermittelt die Geschichte von Simon. Ihm wird die Verantwortung für das kleinste Lamm der Herde übertragen, doch es läuft davon, als der Junge schläft. Der Besitzer der Herde ist verärgert und schickt ihn auf die Suche. Jakob, ein älterer Hirte, gibt Simon eine Laterne mit. Auf der Suche nach seinem Lamm begegnet der Junge einem Dieb, einem Wolf und einem Bettler. Simon schenkt jedem eine seiner vier Kerzen, um ihnen etwas Wärme und Orientierung zu spenden. Von der langen Suche fast schon entmutigt, sieht er plötzlich in der Ferne ein Licht. Zögernd geht er auf den Stall zu und findet sein Lamm neben der Krippe mit dem Kind. Simon schenkt dem Kind sein letztes Licht. Und wie von unsichtbarer Hand entzündet, flammt die Kerze auf, verbreitet ihr Leuchten...

"Wir sind heute zum wiederholten Male in der Kirche", erzählt Einrichtungsleiterin Meike Geyer. Für sie ist der religionspädagogische Ansatz, der dem Konzept der Kita zugrunde liegt, nicht der einzige Grund für die Kirchgänge: "Nicht alle Kinder sind konfessionell gebunden, aber gerade in der Weihnachtszeit genießen sie die Atmosphäre." Nicht jedes Kind kann gleich die Frage beantworten, wer denn eigentlich zu Weihnachten Geburtstag hat. Das ist auch nicht so schlimm. Schließlich können sie das auf "Gut Arnstedt" immer noch lernen.