Voller Hoffnung ist am vergangenen Wochenende eine sechsköpfige Rottmersleber Delegation aus der Partnerregion rund um die französische Gemeinde Soulaines sur Aubance zurückgekehrt. Im Mittelpunkt der Reise standen Gespräche über Möglichkeiten von länderübergreifenden Projekten.

Rottmersleben. Die Rottmersleber Kontakte in die französische Partnerregion bekommen eine breitere Basis. "Unsere direkte Partnergemeinde, Soulaines sur Aubance, gehört zur Stadt Anger. Damit kommt Soulaines nicht für das EU-Förderkonzept Leader in Frage, denn Leader fördert ausschließlich den ländlichen Raum. Deshalb hatte der frühere Bürgermeister von Soulaines, Michel Calmet, Kontakt zur Gemeinde St. Lambert du Lattay, zehn Kilometer entfernt von Soulaines, geknüpft", berichtete Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz nach der Rückkehr.

Mit dem Bürgermeister von St. Lambert, Gino Mousseau und der Managerin der Leader-Region, zu der St. Lambert gehört, Bénédicte Michaud, hat es Weitz zufolge intensive Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit gegeben. "Wir haben unsere länderübergreifend geplanten Leader-Projekte vorgestellt", ergänzte Olivia Keitel, die gemeinsam mit ihrem Gatten Frank Keitel, Ortsbürgermeister Weitz und dessen Enkel Paul sowie dem stellvertretenden Ortsbürgermister Fritz Ledderboge und dem früheren Rottmersleber Pfarrer Reinhard Moosdorf zur Delegation aus der Börde gehörte.

Ehemaliger Pfarrer ist der Ideengeber

Moosdorf hat die Projekt-Konzepte entwickelt, die Rottmersleben im Rahmen von "Leader-transnational" anstrebt (siehe auch Kasten). "Bürgermeister Mousseau, er ist gleichzeitig Vorsitzender der lokalen Leader-Aktionsgruppe, hat uns zugesagt, unsere Konzepte in seiner Aktionsgruppe vorzustellen.

Franzosen seit gestern Abend in der Börde

Die Leader-Managerin war auch sehr angetan", wusste Weitz. "Frau Michaud berichtete über bereits bestehende, länderübergreifende Konzepte ihrer Aktionsgruppe mit Portugal, Italien und Griechenland. Es wäre toll, wenn wir die Börde neben Frankreich mit weiteren europäischen Regionen vernetzen könnten. Wir haben gespürt, dass der Wille zu einer Zusammenarbeit vorhanden ist", berichtete Olivia Keitel.

Neben den offiziellen Gesprächen und Empfängen – unter anderem im Rathaus von Soulaines – standen natürlich auch viele persönliche Begegnungen bei den Gastfamilien sowie gemeinsame Ausflüge, unter anderem zum Schloss von Anger, und ein geselliges Partnerschaftstreffen auf dem Programm. "Inzwischen sind sehr viele persönliche und enge Kontakte zwischen Familien aus Soulaines und Rottmersleben entstanden", unterstrich Weitz. "Es ist ein ganz anderes Erlebnis, wenn man ein anderes Land durch persönliche Freunde kennenlernt", so Olivia Keitel. Ihre Familie verbinden enge Bande mit drei französischen Familien, zwei von ihnen machen im nächsten Jahr eine Woche lang Urlaub in Rottmersleben. Bereits gestern Abend begrüßten die Rottmersleben eine 25-köpfige Delegation aus Soulaines zum Gegenbesuch. Sie werden bis zum Sonntag bei Gastfamilien in der Börde wohnen und zusammen Ausflüge nach Magdeburg und Wernigerode unternehmen sowie die neue Rottmersleber Kindertagesstätte und das Städtische Klinikum in Magdeburg-Olvenstedt besuchen.