"Die Zeit drängt inzwischen. Noch knapp eineinhalb Jahre, dann steht ein denkwürdiges Jubiläum ins Haus. Auch wenn die exakte zeitliche Abfolge noch nicht genau feststeht, begangen wird das geschichtsträchtige Jubiläum in den Sommermonaten 2012 und gefeiert wird definitiv an drei Tagen, von Freitag bis Sonntag." So äußerte sich gestern Ortsbürgermeisterin Helga Steinig mit Blick auf die 1075-Jahr-Feier des Ortsteiles Mose.

Mose. "Nachdem wir uns im September 2009 bereits im Ortschaftsrat damit beschäftigt haben, wird am Freitag, dem 26. November, der gezielte Einstieg in die konkreten Vorbereitung sein. Ich hoffe, dass sich alle angesprochen fühlen und an diesem Tag sich im Kulturhaus einfinden. Denn das gibt uns langfristig die Gewähr, dass das Fest anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung gelingt", gibt sich Helga Steinig optimistisch

Doch der Unterstützung der Einwohner ist sich die Ortsbürgermeisterin ziemlich sicher: "Über 60 Bürger aus Mose hatten sich im vergangenen Jahr zur 1000-Jahr-Feier in den großen Wolmirstedter Festumzug eingereiht und da bereits die Geschichte unserer Ortschaft dargestellt." Auf diesen Fundus wird Helga Steinig auch spätestens 2012 zurückgreifen können. So erinnerte sie gestern daran, dass sich in diesem Festumzug in der Ohrestadt Ritter, Fischer, Mönche, Marktfrauen und Händler einreihten, die die wechselvolle Historie des Ortsteiles widerspiegelten. Natürlich schloss sich seinerzeit auch das Gutsherrenpaar Druckenbrot dem Umzug an, gehörte zur "Abordnung" auch ein Model einer Rakete.

Die Ortsbürgermeisterin wird nämlich nicht müde, immer wieder an dieses so denkwürdige Ereignis zu erinnern. Am 29. Juni 1933 wurde in Mose Weltgeschichte geschrieben, als Rudolf Nebel und sein Team auf einer Wiese des Gutes die erste unbemannte Flüssigkeitsrakete starteten. Diese war 6,50 Meter hoch und 120 Kilo schwer, stieg allerdings nur 20 Meter hoch, neigte sich aber sehr schnell und flog so nur 80 Meter weit. "Zur 1075-Jahr-Feier werden wir gerade dieses Ereignis besonders würdigen und ein Denkmal errichten."

Doch wie die Ortsbürgermeisterin selbst einschätzt, ist dies mit Blick auf 2012 bereits der zweite Schritt: "Ich hoffe, dass am 26. November 2010 zur Auftaktveranstaltung die Moseraner mit vielen Ideen kommen, wir sie auflisten, dann in den verschiedenen Arbeitsgruppen gezielt angehen. Dann steht einer großartigen Feier im Jahre 2012 nichts im Wege."

Wie Helga Steinig betonte, ist sie gegenwärtig dabei, einen Hauswurfzettel zu entwerfen, der in den nächsten Tagen an jeden Haushalt verteilt wird." Denn es gibt erste Strukturen, wie die 1075-Jahr-Feier aussehen sollte: So wird an drei Tagen des Jubiläums gedacht. Kultureller Höhepunkt wird der Umzug sein, Abschluss der dreitägigen Feierlichkeiten, so ist bereits angedacht, soll ein Feuerwerk bilden. Helga Steinig ist sich sicher, dass auch die übrige Zeit mit Hilfe der Einwohner nachhaltig gestaltet wird.

Worum sich in Mose keiner kümmern muss, das ist die Chronik. Sie ist bei der Ortsbürgermeisterin in den besten Händen. Auch, weil die agile Frau seit nunmehr 27 Jahren die Geschichte akribisch erforscht und aufgeschrieben hat. Als 1987 die 1050-Jahr-Feier anstand, da wurde allen im Dorf klar, dass keine Chronik vorhanden ist.

Wie sich die Ortschronistin aus Leidenschaft erinnert, war das nicht immer so: "Mein Schwiegervater Willi Steinig hatte sie in den 60er Jahren mal aus der Hand gegeben, danach ist sie nie wieder aufgetaucht." Also hat sich 1983 Helga Steinig an die wissenschaftliche Arbeit gemacht und die Zeit seit 937, als die Ortschaft Mose in einer Schenkungsurkunde von König Otto I. erstmalig erwähnt wurde, für die Nachwelt aufgearbeitet.