Handwerker, Gewerbetreibende und Freiberufler feierten am vergangenen Sonnabend im Katharinensaal auf der Schlossdomäne ihren alljährlichen Ball. Leider kam die 20. Auflage der traditionsreichen Veranstaltungsreihe nicht an die Gästezahlen der vergangenen Jahre heran. Dabei stand das Fest diesmal unter "besonderem Polizeischutz".

Wolmirstedt. Obwohl in diesem Jahr nur etwa 60 Gäste der Einladung des Unternehmerverbandes Ohrekreis gefolgt waren, kann die Jubiläumsauflage als Erfolg verbucht werden. Der 20. Ball war in jeder Hinsicht ein besonderer Leckerbissen – ein Büfett mit vielen raffinierten Speisen wie echter russischer Kaviar oder Pute mit Limonen-Ingwer-Soße, ein Rahmenprogramm, das die Lachmuskeln reizte, und Musik, die zum Tanzen animierte. Bevor die Gäste dies alles genießen konnten, gab es den üblichen offiziellen Teil. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Müller begrüßte die Gäste, darunter Landrat Thomas Webel und Landtagsabgeordneter Holger Stahlknecht, und blickte anlässlich des Jubiläums zurück. Begonnen hat alles im Kreiskulturhaus, im folgenden Jahr fand der Ball in der Halle der Freundschaft statt, die Woche zuvor hatte sich die Kreishandwerkerschaft mit einer Ausstellung der verschiedenen Gewerke präsentiert. Die folgenden Jahre wurde in der Sporthalle der Leibniz-Schule gefeiert. Seit acht Jahren ist der Katharinensaal das Stammballhaus. "Noch vor zehn Jahren hatten wir über 200 Gäste. Ich kann nicht verstehen, warum es immer weniger werden", meinte Müller und fügte fast trotzig an: "Egal, je kleiner, je feiner!"

Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander sieht die Ursache in Problemen durch die Wirtschaftskrise. "Aber jetzt haben wir die Hoffnung, dass die kommenden Jahre besser werden." Und deshalb lud er alle ein, optimistisch in die Zukunft zu blicken und den Abend unbeschwert zu feiern. Anschließend wurden traditionell die besten Schützen der Handwerker gekürt. Diesmal sicherte sich Gerhard Thiede den Titel. Auf dem zweiten Platz landete Michael Wesemann, das drittbeste Ergebnis mit dem aufgelegten Luftgewehr errang Roland Bohlein.

Der 20. Ball war unter anderem für Hans-Jürgen Weiß, viele Jahre Vorsitzender des Unternehmerverbandes und Mitgründer des Handwerkerballs, Anlass, Rückschau zu halten. "In den ersten Jahren war der Mittelstand in einer Aufbruchstimmung und sehr begeisterungsfähig. Dem ist in der letzten Zeit zunehmend Ernüchterung gefolgt." Trotzdem sei der Ball in jedem Jahr mit großem Aufwand organisiert und immer unter einem anderen Motto gefeiert worden, Dekoration und Programm extra darauf abgestimmt.

2010 stand der Ball unter "besonderem "Polizeischutz. Aus Berlin war die "Jazzpolizei" angereist. Schon beim ersten Auftritt wurde deutlich, dass diese drei Beamten eine Geheimwaffe sind, nicht nur Comedian sind, sondern auch Musik im Blut haben. Sie spielten Swing und New Orleans Jazz vom Feinsten - auch ohne Verstärker laut und einige Stücke schneller, als die Polizei erlaubt.

Außerdem lockte Livemusik von "50 Hartz" mit Burkhard Goers als Sänger und Moderator die Ballbesucher auf die Tanzfläche. Und die brauchten nach dem guten Essen dringend etwas Bewegung.

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