Noch bis 10. Dezember führt eine Leipziger Spezialfirma im Auftrag des Kaliwerkes geophysikalische Messungen im Bereich Wolmirstedt und Möser durch. Ziel ist, durch diese zerstörungsfreie Untersuchungsmethode mit seismischen Wellen zu erkunden, wo die südliche Grenze der Kalisalz-Lagerstätte verläuft.

Wolmirstedt. Der Boden unter den Füßen vibriert, als sich das komplette Gewicht des 20-Tonners auf eine an ihm befestigte Platte stützt und diese mit einem Schwungelement in Bewegung gebracht wird. Am Rand des Ackerweges, der zwischen Wolmirstedt und Glindenberg durch den sogenannten "Kuhbusch" nach Farsleben führt, haben Mitarbeiter einer Leipziger Spezialfirma ein Messkabel mit Mikrofonen und kleinen Seismometern verlegt.

"Diese Geräte empfangen an der Oberfläche Reflexionen, also die Rückstrahlung der seismischen Wellen aus dem Untergrund. Diese Signale werden dann im Messwagen aufgezeichnet", erklärt Projektleiter Dr. Tobias Karp.

"Die letzten seismischen Messungen hat es hier 1979 gegeben", berichtet Jörg Feldberg vom Kaliwerk Zielitz. Die aktuellen Untersuchungen dienen vor allem der Verdichtung des bisherigen Profilnetzes. "Wir nähern uns unter Tage diesem Bereich und wollen mit zerstörungsfreien Methoden die Salzgrenzen erfassen", so der Leiter der Abteilung "Geologie und Exploration" weiter. Wo man früher Sprengungen vornehmen musste, um Bergbaugebiete zu erforschen, kann das heute schadlos durch die seismische Untersuchung erfolgen. Das entsprechende Fahrzeug kommt aus Ungarn. Wie Dr. Karp erklärt, würde sich für Unternehmen wie das seine ein eigenes Fahrzeug nicht lohnen.

Untertage kommt das Grubenfeld dem Gebiet zwischen Wolmirstedt und Glindenberg schon näher. "Aus nördlicher Richtung sind wir fast anderthalb Kilometer, aus nordöstlicher Richtung zwischen drei und viereinhalb Kilometer entfernt", erzählt Jörg Feldberg. Dennoch könne es noch Jahre dauern, bis man zu diesem Areal vorstößt. "Unsere Orientierung geht eher in westliche Richtung, in das Feld Zielitz II. Hier, im Feld Zielitz I, sind die Lagerstättenränder fast erreicht".

Montag und Dienstag ist das Stadtgebiet dran

Aus geologischer Sicht sei das Gebiet nördlich von Wolmirstedt, die so genannte "Scholle von Calvörde" etwas ganz Besonderes. Nur durch die Hebung der Scholle sei es möglich gewesen, dass die Zechstein-Salze in heute erreichbare Tiefen gelangten.

Am Montag und Dienstag wird das "Vibrator" genannte Spezialfahrzeug, beginnend im Ortsteil Elbeu, durch Wolmirstedt fahren.

"Das Verfahren verursacht keine Schäden, weder an Straßen noch an Häusern", versichert Markus Bock. "Maximal gibt es Flurschäden, wenn über Ackerflächen gefahren werden muss. Aber die Landwirte und Grundstückseigentümer wurden im Vorfeld informiert. Mögliche Schäden werden nach Abschluss der Arbeit in Absprache mit den Besitzern der Flächen reguliert", so der Leiter Kaufmännische Funktionen des Zielitzer Kaliwerkes.