Die Gemeinde wird ab 2011 jährlich 100 000 Euro für den Erhalt der Kirchengebäude in den drei Ortsteilen in ihren Haushalt einstellen. Der flankierende Beschluss zum Haushaltsplan geht auf einen gemeinsamen Antrag von FDP und SPD zurück. Klaus Dalichow kam mit Wilfried Büchner, Antragsteller der FDP, ins Gespräch, um Hindergründe zum Antrag zu erfahren.

Volksstimme: Nicht jeder Bürger hat etwas mit Kirche am "Hut" und nicht jeder wird Verständnis für die Größenordnung der Unterstützung aufbringen...

Wilfried Büchner: Die FDP-Fraktion und die Fraktion SPD/Bürgerbündnis vertreten die Ansicht, dass der Erhalt der Kirchengebäude im Interesse der Kommune ist. Der Zustand der Bauten trägt zum Erscheinungsbild der Ortschaften bei. Allerdings sind folgende Aspekte zu berücksichtigen: Die Gotteshäuser befinden sich im Eigentum der beiden großen Kirchen. Deren ureigenstes Interesse sollte es sein, die Gebäude zur Aus-übung der religiösen Zeremonien in einem dafür erforderlichen Zustand zu halten. Die Kirchengemeinden verfügen über eigene Vermögenswerte. Sie agieren in eigener Verantwortung. Das betrifft auch das Einwerben von Finanzmitteln.

Volksstimme: Der Gemeinderat hat Förderrichtlinien zur Unterstützung von gemeinnützigen Vereinen erlassen...

Wilfried Büchner: Die sind nach Ansicht von FDP- und SPD-Fraktion für die Unterstützung des Erhalts von Kirchengebäuden nicht geeignet oder sogar unzulässig.

Volksstimme: Die Bereitstellung vom Finanzmitteln für Kirchenbauten ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde...

Wilfried Büchner: Deshalb stellt die Unterstützung lediglich eine Kofinanzierung der von der jeweiligen Kirchengemeinde ermittelten Erhaltungskosten dar. Beide Parteien sollten sich stets in einem gleichgroßen Verhältnis, sprich 50 Prozent zu 50 Prozent, beteiligen. Die 100 000 Euro stellen eine Maximalgröße dar.