Landkreis Börde/Leipzig. Drei Hobbyhistoriker aus dem Landkreis Börde haben beim diesjährigen mitteldeutschen Historikerpreis "Ur-Krostitzer Jahresring" eine Auszeichnung erhalten. Für sein Lebenswerk wurde Dietmar Buchholz aus Gunsleben ausgezeichnet. Er beschäftigte sich viele Jahre mit der Geschichte seines Heimatkreises Börde. "Ich freue mich, dass meine Arbeit mal so in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gestellt wird. Die Resonanz zu meinen Beiträgen war bisher immer gering. Jetzt geht es mir darum, eine Monografie über die Naturraumstruktur des ehemaligen Bördekreises in Buchform auf den Markt zu bringen. Dafür suche ich noch Mitkämpfer. Das Manuskript dazu steht in jedem Fall", sagte Dietmar Buchholz nach der Feierstunde in Leipzig.

Viele weitere Arbeiten – insgesamt 100 Hobbyhistoriker hatten sich beworben – wurden als sehr gelungen betrachtet und erhielten von der Jury eine "besondere Anerkennung", die allerdings nicht mit einem Preisgeld dotiert ist. Hier wurden Volker Limburg aus Dreileben mit seiner Darstellung der Frauengeschichte des Bördedorfes Drackenstedt vom 16. bis zum 19. Jahrhundert sowie Ralf Staufenbiel aus Kloster Gröningen mit seiner Arbeit "Von der Wallburg zum Renaissance- und Residenzschloss Gröningen" geehrt.

Den ersten Platz des Wettbewerbs belegte die Dresdnerin Sabine Ulbricht mit ihrem Werk "Fürstinnen in der sächsischen Geschichte".

"Freizeithistoriker, die meist ohne finanzielle Unterstützung in mühevoller akribischer Kleinarbeit die Geschichte Mitteldeutschlands aufarbeiten, wollen wir mit dem ,Ur-Krostitzer Jahresring‘ würdigen und bestärken. Das ist unser Anliegen seit sieben Jahren", sagte Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei, bei der Auszeichnungsveranstaltung.

Der mitteldeutsche Historikerpreis wurde 2004 zum 470-jährigen Jubiläum der Brauerei initiiert. "Zukunft braucht Herkunft" – unter diesem Motto sind seit sieben Jahren interessierte Geschichtsforscher jenseits der Profession aufgerufen, ihre Arbeiten im Wettbewerb um den Ring des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf einzureichen.

"Der Themenvielfalt setzen wir keinerlei Grenze, die Arbeiten müssen sich allerdings auf Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beziehen", erklärte Brauereichef Wolfgang Welter. "Die bisher eingereichten Arbeiten sind häufig beeindruckende Beispiele von uneigennützigem Engagement für fast vergessene Ereignisse, für Vereine, kulturelle Schätze oder architektonisch wertvolle Gebäude. Unser Anliegen ist es, diesem vorhandenen Potenzial eine würdige Bühne zu bieten und die verdiente Anerkennung zu verschaffen."