Der MDR widmete ihm am 21. Dezember einen zweieinhalbminütiges Filmporträt. Bereits am 6. zeichnete das MDR-Weihnachtsmobil Matthias Müller mit einem 500-Euro-Scheck aus. Er hatte die Orgel der Salvator-Kirche in Ivenrode liebevoll restauriert. Auch die Klein Ammensleber Orgel, an der er heute Abend sitzt, restaurierte er einst.

Von Klaus Dalichow

Klein Ammensleben. Bis zum heutigen Heiligen Abend wurde die Ehre des 500-Euro-Scheckes insgesamt 24 Sachsen-Anhaltern zuteil. Idee des Weihnachtsmobils war es, Menschen, die mit ihrem engagierten Auftreten Gutes bewirken, zu ehren und einmal ins Rampenlicht zu rücken. Der MDR tat drei Tage vor Heiligabend noch ein zweieinhalbminütiges Filmporträt über den Kantor mit Wohnsitz in Rottmersleben oben drauf, der seine friesische Heimat verlassen hat, um in Sachsen-Anhalt Orgeln in Ordnung zu bringen. Ab dem neuen Jahr ist Müller arbeitslos. Auch das offenbarte der Filmbericht, wird sich aber als freiberuflicher Organist durchs Leben schlagen.

Heute Abend bringt er die Orgel der Klein Ammensleber Kirche zum Klingen. Sie war bis vor vier Jahren ein Vierteljahrhundert lang nicht spielbar. Matthias Müllers Konzert in der Christnacht in Klein Ammensleben hat schon Tradition. Er wird Musikstücke aus Deutschland und England zu Gehör bringen. Ursprünglich war das Konzert für jene gedacht, die die wichtigste aller Nächte nicht allein zu Hause verbringen wollen. Nach und nach aber entschlossen sich immer mehr dazu, nach Essen und Bescherung noch einmal in die Kirche zu gehen und den Heiligen Abend zusammen mit anderen zu feiern. Für diesen Anlass bildet die Kirche in Klein Ammensleben geradezu ein prädestiniertes Ambiente. Mit ihrem bemalten Tonnengewölbe, der restaurierten Böttcher-Orgel sowie komplett historischen Sitzbänken kann man hier nacherleben, wie die Vorfahren ohne elektrisches Licht den Kirchenraum erhellt haben. Nach dem Konzert wird wie üblich zum Aufwärmen Glühwein gereicht, bevor der zweite Teil des Abends beginnt: ein für jedermann offenes Weihnachtsliedersingen. Hierzu versammeln sich die Besucher um ein historisches Kofferharmonium und singen bis niemandem ein Lied mehr einfällt. Beginn der Musik zur Christnacht ist um 22 Uhr. Zu empfehlen ist eine Decke für den Schoß.