Kammermusik in einem festlichen Raum, dem Musikzimmer eines Schlosses, erlebten 100 Besucher am Freitagabend in Wendgräben. Hier waren die 12. Internationalen Fasch-Festtage zu Gast.

Wendgräben/Zerbst l Es erklang Musik, die Johann Friedrich Fasch (1688-1758) und Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749) zu ihren Zeiten genau für solche Anlässe und an solchen Orten komponiert und aufgeführt haben. Beide Barockkomponisten waren Hofkapellmeister - Fasch in Zerbst und Stölzel in Gotha. Beide verband eine persönliche Freundschaft, die auch von einem regen musikalischen Austausch begleitet war. Beide waren zudem emsige Komponisten eines breit gespannten musikalischen Spektrums. Sowohl Fasch und auch Stölzel gerieten aber auch, trotz ihres hohen Ansehens als Musiker ihrer Zeit, später in Vergessenheit.

Es ist Ensembles wie unter anderen NeoBarock aus Köln zu verdanken, dass solche Komponisten wieder aus der "historischen Versenkung" gehoben und dem heutigen Publikum wieder zugänglich gemacht werden. In dem zweistündigen Konzert "Fasch und Stölzel - eine Musiker-Freundschaft" präsentierten Volker Möller (Violine), Maren Ries (Violine und Viola), Ariane Spiegel (Violoncello) und Marta Dotkus (Cembalo) auf Instrumenten nach historischen Vorbildern ein kurzweiliges Programm, das von zwei Stölzel- Quartetten, dem Quatuor e-Moll und dem Quatuor G-Dur "eingerahmt" wurde. Dabei erlebten die Gäste vier leidenschaftlich und virtuos konzertierende Solisten, die zudem durch eine perfektes und gut miteinander abgestimmtes Zusammenspiel brillierten.

In den mehreren Konzerten für zwei Violinen beider Komponisten erfreuten sich die Konzertbesucher an effekt- und spannungsvoll ausgetragenen musikalischen Dialogen beider Instrumente, die vom Cembalo, teils auch gemeinsam mit dem Violoncello als Basso continuo, stimmig begleitet wurden. In einem Cembalo-Solo stellte Marta Dotkus die "Enharmonische Claviersonate" von Stölzel vor, eine Komposition "mit Augenzwinkern", auf die Bert Siegmund, Vorsitzender der Internationalen Fasch-Gesellschaft, in der Konzerteinführung aufmerksam machte. Das Publikum bedankte sich mit sehr viel Beifall bei den Künstlern.