Die Stadt Zerbst braucht zur Vorbereitung und Vertragsausgestaltung für die 46. Zerbster Kulturfesttage und die 11. In-ternationalen Fasch-Festtage verbindliche Aussagen des Stadtrates zur Finanzierung. Da der Haushaltsplan 2011 bis zum Beginn der Festtage nicht gültig sein wird, bedarf es eines gesonderten Beschlusses. Der Kultur-, Jugend-, Schul- und Sportausschuss befürwortet den Vorgriff auf die zusammen 143 350 Euro.

Zerbst. "Wenn das Land ein großes kulturelles Ereignis für ein kommendes Jahr vorbereitet, dann kann es die dafür anfallenden Kosten im Rahmen einer Verpflichtungsermächtigung bereits aktuell festsetzen. Dann hat man Sicherheit, kann Verträge über die Werbung und mit den Künstlern machen. Diese Möglichkeit haben wir als Kommune nicht", sagt Dezernentin Evelyn Johannes. Erneut müsste der Stadtrat im Vorgriff auf die Haushaltsdiskussion einen gehörigen Betrag separat beschließen, damit die renommierten Zerbster Kunst- und Kulturtage wie die nicht minder bedeutenden Internationalen Fasch-Festtage weiter vorbereitet werden können. Die Zerbster Kulturfesttage werden neben den 2010 fälligen Beträgen der Vorbereitung im kommenden Jahr noch 6 250 Euro kosten, für die Fasch-Festtage sind insgesamt 167 100 Euro kalkuliert, von denen 137 100 im kommenden Jahr als Kosten anfallen werden.

Kulturamtsleiter Andreas Dittmann trug dem Fachausschuss am Dienstagabend die Misslichkeit im Einzelnen vor. Beide Festtage sind im Haushalt darzustellen, der aber liegt absehbar erst weit hinter den Kulturfesttagen (12. Februar bis 13. März) vor. Die Festtage ins Jahr hinein zu verschieben, bis der Haushalt vorliegt, habe zu Besucherzahl-Einbrüchen geführt. So soll nun erneut ein Einzelbeschluss zur vorgezogenen Finanzierung Handlungsfähigkeit im Kulturamt schaffen.

Noch drängender ist der Zugriff aufs Geld für die Fasch-Festtage. Zwar finden diese erst vom 7. bis 17. April statt, doch ist dieser Tage die internationale Werbung auf den Weg zu bringen. 10 000 Flyer, die im deutschsprachigen Raum Europas gezielt verteilt oder der Fachpresse beigefügt werden, wie auch die Eintrittskarten seien bereits im Druck. Es entstünde ein "gewaltiger Schaden am Renommee der Stadt, sollten die Festtage an dem kommunal- und haushaltsrechtlichen Problem des fehlenden Haushaltes scheitern. Zudem entstünden Kosten wegen Rücknahme bereits geschlossener Verträge, mit Orchestern beispielsweise. "Die fragt man nicht im Februar, ob sie im April mal spielen. Die Verträge werden ein Jahr im Voraus geschlossen", so Dittmann.

Beides seien "äußerst wichtige Ereignisse. Ich appelliere an alle Fraktionen, die Stadtverwaltung zu ermächtigen, die Festtage weiter vorzubereiten!", meinte Ausschussvorsitzender Bernd Adolph. Der Ausschuss folgte einstimmig.