Zerbst l Über 20 Instrumente werden an der Zerbster Musikschule "Johann Friedrich Fasch" unterrichtet. Die Geige hat es Nicola Hausmann angetan. Täglich versucht die zehnjährige Walternienburgerin ihr Spiel zu verbessern.

Im Kindergarten begegnete Nicola Hausmann der Geige zum ersten Mal. Elke Wollschläger, Lehrerin an der Musikschule "Fasch", stellte sie damals den Kindern vor und hinterließ bei der jungen Walternienburgerin nachhaltigen Eindruck. "Die Geige hat mir von allen Instrumenten am besten gefallen", erzählt das blonde Mädchen, wie es vor sechs Jahren mit dem Unterricht bei Stefanie Carnarius begann.

"Am Anfang ist es schwierig. Zunächst muss man lernen, wo die Finger sitzen", erklärt die 42-Jährige, die stets aus Dessau zu ihren Schützlingen nach Zerbst reist. "Es ist etwas komisch", beschreibt es Nicola. Immerhin tun beide Hände zeitgleich etwas völlig Gegensätzliches. Mit der einen greift man, mit der anderen streicht man den Bogen über die Saiten. "Das fördert die Intelligenz", bemerkt Stefanie Carnarius.

"Ich übe eigentlich jeden Tag", sagt Nicola und ergänzt: "Man muss nur auf die Noten gucken und spielen." Lächelnd verrät sie ihr momentanes Lieblingsstück: "Der Mond ist aufgegangen." Überhaupt mag sie Volkslieder. "Da weiß man, wie man sie spielen muss", begründet die Neunjährige. Stefanie Carnarius hat allerdings festgestellt, dass viele Kinder die über Generationen überlieferten Lieder wie beispielsweise "Auf unsrer Wiese gehet was..." heute leider nicht mehr kennen. Eltern empfiehlt sie deshalb, diese mit ihren Sprösslingen zu singen. Ansonsten nennt sie nur eine "gewisse Konzentrationsfähigkeit" als Voraussetzung, um das Streichinstrument zu erlernen.

Fortschritte stellen sich nach und nach ein. "Die größten Erfolgserlebnisse bietet dann sicher die Mitwirkung an den Veranstaltungen der Musikschule, sei es als Solist oder im Orchester", erklärt Stefanie Carnarius, die selbst in der Anhaltischen Philharmonie mitwirkt. Was es für ein Gefühl ist, auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu berühren, weiß Nicola genau. "Ich hatte schon einige Auftritte", schildert sie das damit verbundene Lampenfieber, das sich allerdings rasch legt. "Zu Beginn sind meine Hände feucht, aber wenn ich spiele, werden sie normal."

Aufgeregt ist die Neunjährige auch gewesen, als sie das Konzert des längst mehrfach in den Charts platzierten Stargeigers David Garrett besuchte. "Der ist toll", liegt unüberhörbare Begeisterung in ihrer Stimme. Klassische Werke interpretiert der 32-Jährige genauso virtuos wie Pop- und Rocksongs. "Die Geige hat eine unglaubliche Klangvielfalt", bestätigt Stefanie Carnarius. Von sanften leisen bis hin zu kraftvollen lauten Tönen reicht die Palette von Nicolas Lieblingsinstrument.

Es ist allerdings nicht das einzige, das die Gymnasiastin beherrscht. Auch der Flöte entlockt sie verschiedenste Melodien. "Das ist wieder ganz anders. Hier muss man pusten und mit den Fingern nach unten greifen", erläutert das ansonsten sehr sportliche Mädchen den Unterschied zur Geige. Denn neben dem Musizieren gehören das Voltigieren und Fußballspielen zu ihren Hobbys.