Jütrichau (dap). Dirk Bunge tritt am 17. Dezember die Nachfolge von Dorit Dalchow an. Der bisherige stellvertretende Ortsbürgermeister rückt in die Funktion der Jütrichauer Ortsbürgermeisterin nach, deren Amtszeit ausläuft. Deshalb musste der Ortschaftsrat auf seiner Sitzung am Montagabend einen neuen stellvertretenden Ortsbürgermeister wählen.

Dorit Dalchow erklärte sich bereit, die Funktion zu übernehmen, in der sie Dirk Bunge in seinem neuen Amt unterstützen könnte. Sie blieb die einzige Kandidatin. Bei dem geheimen Urnengang wurde sie dann einstimmig gewählt. "Ich bedanke mich für das Vertauen", nahm Dorit Dalchow die Wahl an, die der Zerbster Stadtrat noch bestätigen muss. Dieser wird auch Dirk Bunge offiziell zum Ortsbürgermeister berufen.

Verwunderung herrschte bei dem einen oder anderen Ratsmitglied darüber, weshalb es keine Neuwahl des Ortsbürgermeisters gab. "Das war mir auch neu", gestand Dorit Dalchow. Grund ist die Eingemeindung der Ortschaft Jütrichau in die Stadt Zerbst zu Jahresbeginn. Denn damit greift nicht der von Denis Barycza erwähnte Paragraph 88 der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalts, in dem die Wahl des Ortsbürgermeisters aus der Mitte des Ortschaftsrates geregelt ist. Stattdessen ist Paragraph 58 anzuwenden, konkret der Absatz 1b. Dabei handelt es sich um eine Übergangsregel bei der Neubildung oder Eingemeindung einer Gemeinde. Diese legt fest, dass der bisherige, noch von den Bürgern gewählte Ortsbürgermeister nach dem Ablauf seiner regulären Amtszeit bis zur nächsten Kommunalwahl zusätzliches Mitglied im Ortschaftsrat wird. Läuft diese ab, rücken die übrigen Vertreter des Ortsbürgermeisters ihrer Reihenfolge nach in die frei gewordenen Funktionen, heißt es darin.

"Die Regelung ist nicht aufzuheben. Daran können sie nichts ändern", betonte Evelyn Johannes. "Er wird jetzt per Gesetz Ortsbürgermeister", erklärte die Wahlleiterin der Stadt Zerbst mit Blick auf Dirk Bunge. Er war im Vorfeld von der Verwaltung angeschrieben worden, ob er diese Funktion übernehmen würde. Hätte er das abgelehnt, dann wäre eine Neuwahl des Ortsbürgermeisters erforderlich geworden, wie Evelyn Johannes darlegte. Denis Barycza hätte sich gewünscht, dass sie vorab über die Sachlage informiert worden wären. "Die Rechtslage ist klar", wies Evelyn Johannes darauf hin, dass sich damit am Prozedere selbst nichts geändert hätte.

Dorit Dalchow ließ bei der Gelegenheit nicht unerwähnt, dass Dirk Bunge ihr bereits viel abgenommen habe. "Er hat mich sehr gut unterstützt", blickte die Ortsbürgermeisterin zurück, die durch ihre Arbeit in Potsdam zeitlich eingeschränkt ist.

Bilder