Die Schließung der Kindertagesstätte in Leps bleibt beschlossene Sache. Aber: Der Zeitpunkt könnte sich ändern. Die Schließung könnte, wenn die Idee der Stadt Zerbst aufgeht, erst zum 1. August 2011 vollzogen werden. Bis dahin könnte die Einrichtung als Außenstelle der Kindertagesstätte in Steutz weiter genutzt werden.

Leps/Steutz. Im Zuge der Schließung der Lepser Kita stellt sich für die betroffenen Eltern vor allem eine Frage: In welche Einrichtung werde ich mein Kind stattdessen bringen? Zwei Drittel der Eltern, erklärte Kulturamtsleiter Andreas Dittmann am Dienstagabend vor dem Sozial-, Schul-, Bildungs- und Sportausschuss der Stadt Zerbst, würden die Kita Steutz wählen, die übrigen Kinder werden in einer Einrichtung in Zerbst einen neuen Platz finden.

Keine Erhöhung der Steutzer Kapazitäten

Um das Plus an Kindern in der Steutzer Kita zu ermöglichen, nahm die Stadt Zerbst Kontakt mit dem zuständigen Jugendamt des Landkreises auf, um eine Ausnahmegenehmigung zur Kapazitätserhöhung in Steutz zu erlangen. "Dort ist bereits eine Überbelegung von 34 Kindern genehmigt", erklärte Dittmann. Und so trug die Stadt die Idee vor, die Vorschulgruppe in den Steutzer Hort zu integrieren. "Eine gute Idee, wie wir fanden". Das Jugendamt konnte dem aber nur bedingt Gutes abgewinnen. Eine Zusammenlegung von Hortkindern und Vorschulgruppe sei nicht möglich, dafür würden zwei separate Räume benötigt, die es im Steutzer Hort nicht gibt. Auch der Wille der Stadt, einen weiteren Raum in der Steutzer Kita zu erschließen, brachte keinen Erfolg. Dadurch würde keine Kapazitätserhöhung genehmigt. Stattdessen sickerte die Information durch, dass das Jugendamt eine Reduzierung der Überkapazität in Betracht zieht. "Dazu laufen jedoch derzeit die Verhandlungen, dass wir die 34 behalten."

Ein Plan B ist also nötig. Und dieser besteht bereits. Die Lepser Kinder, die nach Steutz wechseln sollten, bleiben bis zur Einschulung in der Lepser Kita. Diese soll – in Absprache mit dem zum Jahreswechsel neuen Träger der Steutzer Einrichtung – solange als Außenstelle der Steutzer Kindertagesstätte weiterbetrieben werden. "Zumal die Einschulungsquote in Leps und Steutz im kommenden Jahr so hoch ist, dass danach die Lepser Kinder problemlos in Steutz untergebracht werden können."

Stadtratsbeschluss für Umsetzung notwendig

Doch hinter diesem Plan steht bisher noch ein Fragezeichen. Denn dieses Mal ist es das Landesverwaltungamt, dass einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Nach deren Auffassung sind unter Außenstellen lediglich Hortangebote zu sehen. Deren Interpretation des Kinderfördergesetzes besagt – salopp formuliert – das dort explizit keine Außenstellen für Kindertagesstätten festgeschrieben sind, also gibt es auch keine. Die Zerbster Auffassung geht davon aus, dass, wenn es dort nicht steht, deren Einrichtung nichts entgegen steht. "Sollte das Landesverwaltungsamt seine Position durchsetzen, müsste alles rückgängig gemacht werden", beschreibt Dittmann den schlimmsten Fall, der eintreten kann. Ob dies so kommt, bleibt abzuwarten.

Um Leps zur Außenstelle der Kita Steutz zu machen, benötigt es noch einen Stadtratsbeschluss.