Sebastian Lang gibt nicht nur als Meister der Schule der asiatischen Kampfkünste sein Können weiter. Jeden Freitag zeigt er den Jungen der Tagesgruppe Hohenlepte, wie sie kontrolliert Wut und Frust abbauen können. Auf ein Jahr erstreckt sich das Anti-Aggressionstraining, das von "dieGesellschafter.de" gefördert wird.

Hohenlepte. Seit Januar besucht Sebastian Lang jede Woche die Tagesgruppe Hohenlepte. Immer freitags schaut der Dessauer für eine gute Stunde in der Einrichtung des Paritätischen Sozialwerks Kinder- und Jugendhilfe vorbei, in der verhaltensauffällige Mädchen und Jungen zwischen acht und 13 Jahren eine spezielle Förderung erhalten. Das umfasst unter anderem die Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Strategien zur Konfliktlösung.

Training schult Kraft und Ausdauer

Manch Konflikt entsteht dabei erst durch angestaute Wut, die man jedoch nicht an seinen Mitmenschen auslassen sollte. Das lernen fünf der Jungen bei Sebastian Lang im Anti-Aggressionstraining. "Ich zeige den Kindern, wie sie ihren Frust und versteckte Aggressionen kontrolliert abbauen kann", erläutert er. Der Meister asiatischer Kampfkünste setzt da auf Sport. Er animiert seine Schützlinge, ihre Kraft nicht in Gewalt eskalieren zu lassen, sondern stattdessen sportlich umzusetzen.

Das geschieht, indem er sie auffordert, ihre ganze Energie gegen ein Schlagpolster zu richten. Das bringt die Kinder nicht nur an ihre körperlichen Grenzen. Es trainiert ebenfalls ihre Kraft und Ausdauer. Vor allem aber "merken sie, dass es einem gut tut", sagt Sebastian Lang. Dabei beginnt die wöchentliche Übungsstunde stets mit einer Aufwärmphase, einem kleinen Spiel, Kniebeugen oder Liegestützen. Dem schließt sich das Schlagtraining an, das zugleich die Koordination der Jungen schult.

Diese lernen allerdings nicht nur, wie sie mit ihren Aggressionen umgehen können. Sebastian Lang zeigt ihnen ebenfalls, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie jemand beispielsweise in sein Auto zerren will. Laut schreien lautet da der erste Tipp an seine Schützlinge, die mit Interesse bei der Sache sind. Und auch der Dessauer schlüpft mit Herzblut in die Rolle des Trainers, die ihm nicht fremd ist.

Feurige Kung-Fu-Show beeindruckt Zuschauer

Immerhin ist er als Meister der 1999 gegründeten Schule der asiatischen Kampfkünste für die Ausbildung der Schüler zuständig. Und das sind derzeit immerhin knapp 300, nimmt man einmal sämtliche Kurse zusammen. Neben Kung Fu und Kardio-Kickboxen bietet der Verein auch Kampftraining an, wobei es stets um Selbstverteidigung, Selbstdisziplin und Körperbeherrschung geht, wie Sebastian Lang betont. Die vermittelten Techniken seien nicht dazu gedacht, Personen anzugreifen, hebt er hervor.

Beeindruckende Einblicke in seine Kampfkünste gewährte der junge Mann beim 17. Sommerfest, zu dem die Tagesgruppe Hohenlepte Mitte Juni eingeladen hatte. Zusammen mit einigen seiner Schüler begeisterte er die Besucher der alljährlichen Veranstaltung mit einer faszinierenden Kung Fu-Show. Einzeln und in unterschiedlichen Paarungen demonstrierten sie den Zuschauern verschiedene Tritt- und Waffentechniken, präsentierten ihnen den traditionellen chinesischen Löwentanz und setzten zwischendurch wahrlich feurige Akzente.

Mit Feuer werden die Jungen beim Anti-Aggressionstraining nicht spielen. Das neigt sich nun allmählich dem Ende entgegen, erstreckt es sich doch bloß über eine Jahr. Dass es überhaupt durchgeführt werden kann, ist der Förderung durch "dieGesellschafter.de" zu verdanken.