Zerbst (tdr). Der Stadtrat wird sich mit dem Zustand der Kreisstraßen befassen. Dies war der Kompromiss, den ihm der Deetzer Ortsbürgermeister und Stadtrat Ulrich Weimeister im Oktober abgerungen hatte. Weimeister hatte seinerzeit um ein "politisches Votum" ersucht zur Unterstützung der Deetzer Forderung an den Landkreis, die Dobritzer Straße in Deetz auszubauen. Das lehnte der Stadtrat rundweg ab, statt dessen sollen nun alle Kreisstraßen beurteilt und daraus eine Prioritätenliste erarbeitet werden.

Ein merkwürdiges Vorgehen, betrachtet man die Ausgangskonstellationen. Der Landkreis ist zuständig für die Bündelung aller Ausbau-Notwendigkeiten auf Gemeinde- und Kreisstraßen. Dieses Verfahren ist längst abgeschlossen, zahlreiche Straßen aus dem Zerbster Bereich sind im mehrjährigen Programm gemäß Entflechtungsgesetz des Landes enthalten. Kreisstraßen sortierte der Landkreis in eigener Zuständigkeit. Legen nun die Zerbster eine Prioritätenliste für Kreisstraßen in der Einheitsgemeinde Zerbst vor, so wird das beim Landkreis maximal ein müdes Lächeln bewirken. Die Liste könnte bestenfalls bei einer etwaigen Fortschreibung der bestehenden Reihung eine Rolle spielen.

Bernd Köhler, der städtische Leiter Bauverwaltung, legte in dieser Woche dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss Materialien des Landkreises zur aktuellen Situation vor. Die Lindauer Straße, die Kastanienallee, die Jannowitzbrücke, der Bahnübergang Käsperstraße sowie die Ankuhnsche Mühle-Brücke und die bei Zernitz sind bis 2013 finanziell untersetzt. Alle weiteren Wünsche (Lusoer Straße, Marcellstraße, Lepser Straße Friedensallee) speziell der Zerbster sind als "weiterer Bedarf" notiert. Die Aussagen sollen zur nächsten Ausschusssitzung diskutiert werden.