"Was Sie heute hier erleben werden, ist eine ganz besondere Aufführung. Das haben wir so noch nie gemacht", begrüßte Rainer Gräßler, Leiter der Musikschule Zerbst, die Gäste in der Zerbster Stadthalle. Schüler des Gymnasiums, der Grundschule An der Stadtmauer und natürlich die jungen Musiker brachten zusammen die Weihnachtsgeschichte von Carl Orff auf die Bühne.

Zerbst. Sie war schon fast ein bisschen zu eng, die Bühne der Zerbster Stadthalle, denn Musiker, Chor und die Darsteller benötigten dort oben ihren Platz. Sie alle zusammen erzählten in musikalisch gestalteten, szenischen Darstellungen die Ereignisse, wie sie sich in jener Heiligen Nacht zugetragen haben. Da saßen die Hirten auf dem Felde, da wird in einem Stall in Betlehem ein Kindlein geboren, da erweisen die heiligen drei Könige dem Kinde ihre Referenz.

Unter der Gesamtleitung von Susanne Ostapyshyn wurde das Stück aufgeführt. Es erklingen Flöten für die Hirten, zarte Harfentöne für die Engel, besingen Maria und Joseph ihr Kind, ertönen schwere Klänge für den Einzug der Könige auf einem Elefanten, die majestätisch durch die Publikums- reihen auf die Bühne zugehen und schließlich spielen Orchester und Chöre zum großen Gloria.

Es sind bekannte weihnachtliche Melodien und Lieder, die Orff in seiner Weihnachtsgeschichte verarbeitet. So kann das Publikum "Als ich bei meinen Schafen wacht" oder auch "Benedicamus Domino" hören. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Hirten. Schüler der Grundschule haben diese Aufgabe übernommen. Textsicher und mit gelungenem Ausdruck nehmen sie die Zuschauer mit durch die heilige Nacht.

Viel Fleiß und Arbeit steckt in dieser Aufführung. Möglich war sie durch die vielen Proben der einzelnen Gruppen. "Ein großes Dankeschön an euch, liebe Kinder", richtete Susanne Ostapyshyn an die jungen Musiker, die sich mit Freude vor dem begeisterten Publikum verneigten.

<6>"Es war spitze, so was zu machen", sagt Marko Gaube nach dem Konzert. Der Elfjährige bediente im Orchester das Glockenspiel. Der zehnjährige Jannick Ventur erklärt: "Ja, man muss gut aufeinander hören, aufpassen, wie die anderen spielen." Peter Demmel spielt Violine. "Mir hat es gefallen. Es hat einfach großen Spaß gemacht. Es ist schon was ganz Anderes." Freude an der Musik, an der Geschichte, die sah man den jungen Musikern an.

Bereits vor den Sommerferien haben die Proben für dieses Stück begonnen. "Viele von uns haben ja schon einzeln vorgespielt", erklärt Nele Ventur. Die 15-Jährige spielt Gitarre. "Aber so als Orchester auf der Bühne zu sein, ist etwas Besonderes. Es freut mich, dass da etwas Schönes draus geworden ist." Ebenfalls auf der Gitarre spielte Lea Handrich. "Man ist auf der Bühne auch nicht so allein. Ich bin auch gar nicht so aufgeregt gewesen, weil man die Aufregung ja mit den anderen teilt", so die Zwölfjährige.

Nach dem Konzert dankte Rainer Gräßler allen Mitwirkenden und allen Helfern, die an diesem Projekt beteiligt waren. Seine Liste war lang. Sie reichte von allen Musiklehrern der Musikschule, den Chorleitern in den kooperierenden Schulen, bis zu den Helfern, die sich um Technik, Bühnendekoration oder Kostüme kümmerten und natürlich den Eltern für ihre Unterstützung.

   

Bilder