Die romanische Dorfkirche zu Polenzko verfügt fortan über die größte Weihnachtskrippe Deutschlands. Mit dem dritten Hirten wird am Sonnabend die letzte der überdimensionalen Holzfiguren in einem Gottesdienst feierlich enthüllt. Und das nächste Projekt ist bereits in Planung: ein Gemäldezyklus zur Weihnachtsgeschichte soll die Emporenbrüstung zieren.

Polenzko. Die Szenerie ist komplett. Fortan schmückt Deutschlands größte Weihnachtskrippe den Chorraum der Dorfkirche von Polenzko. In einem Gottesdienst wird am Sonnabend um 16 Uhr mit dem dritten Hirten die letzte der überdimensionalen Holzfiguren feierlich enthüllt. Den "Weihnachtsgottesdienst" zur Sommerzeit wird Pfarrer Thomas Meyer halten, der vor drei Jahren auch die Idee zu dem einzigartigen Projekt hatte. Für die Umsetzung gewann er den Zerbster Bildhauer Horst Sommer, der nach und nach die einzelnen gut drei Meter großen Figuren aus Lindenholz schuf. Zu Joseph gesellten sich zunächst Maria und das Jesuskind in der Wiege, bevor schließlich die Hirten hinzukamen.

"Wir freuen uns, dass diese besondere Krippe nun fertig geworden ist und auf so viel Resonanz stößt", erklärt Ullrich Hahn vom Gemeindekirchenrat der Weinberggemeinde Garitz, zu der auch die Weihnachtskirche Polenzko gehört. "Natürlich wollen wir hier nicht das ganze Jahr über Weihnachten feiern. Doch uns ist es wichtig, das Gedenken an die Geburt Christi wach zu halten und über christliche Traditionen zu informieren, die in Ostdeutschland nicht mehr alle Menschen kennen."

Nicht zuletzt soll mit dem Konzept einer Themenkirche auf die dringend notwendige Sanierung der spätromanischen Feldsteinkirche aufmerksam gemacht werden. Nach derzeitigen Schätzungen belaufen sich die Kosten für die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen auf rund 400000 Euro. Allein kann die Weinberggemeinde Garitz mit ihren gerade einmal 200 Mitgliedern diese enorme Summe nicht aufbringen. Zumal sie neben der Weihnachtskirche in Polenzko drei weitere Gotteshäuser zu unterhalten hat. Umso mehr ist die kleine Kirchengemeinde auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Eine weitere besondere Aktion soll die Bemühungen, Gelder einzuwerben, unterstützen. Wie Ullrich Hahn erzählt, wird der Kunstmaler Steffen Rogge aus Köthen die Felder der Emporenbrüstung abwechselnd mit Bildern und Texten zur Weihnachtsgeschichte nach Lukas schmücken. "Sponsoren können die Gestaltung einzelner Felder mit Beträgen um die 350 Euro mittragen und werden dafür auf Namensschildern genannt", erläutert das Kirchenratsmitglied das nächste Ziel. Darüber hinaus sei eine Weihnachtsausstellung geplant.