Der spektakuläre Kreuzworträtsel-Fall endet zumindest für den Mörder in Magdeburg. Der verurteilte Sexualmörder Matthias S. aus Halle-Neustadt ist am 2. Februar dieses Jahres auf dem Westfriedhof beigesetzt worden. Der 50-Jährige verstarb an einer langen Krankheit und hinterließ eine Ehefrau mit ihrem 25-jährigen Sohn.

Magdeburg l Während die Enthüllungen im Buch von Kerstin Apel, der damaligen Verlobten des Kreuzworträtselmörders von Halle-Neustadt, alte Wunden bei den Angehörigen des damals siebenjährigen Mordopfers Lars B. aufreißen, ist am 15. Januar 2013 nach schwerer Krankheit der Täter selbst verstorben. Das bestätigten gestern damals beteiligte Mordermittler.

Wie die Recherchen der Volksstimme ergaben, hat Matthias S. nach seiner Zeit im Maßregelvollzug Uchtspringe und dem Absitzen seiner Freiheitsstrafe 1996 zunächst drei Jahre in einem Projekt für betreutes Wohnen gelebt. 1999 wurde er endgültig entlassen und soll nach den bisher veröffentlichten Berichten zufolge in Thüringen untergetaucht sein. Doch tatsächlich ging S. nach Magdeburg und heiratete seine spätere Frau, die bereits einen Sohn hatte, der heute 25 Jahre alt ist. In der Landeshauptstadt nahm Matthias S. dann den Namen seiner Frau an und blieb so über die ganzen Jahre unentdeckt, bis er an einer langen schweren Krankheit verstarb. Er wurde am 2. Februar in einem Urnengrab beigesetzt. Der umfangreichste Fall der Kriminalgeschichte der DDR war erst in der vergangenen Woche wieder in die Schlagzeilen gerückt, nach dem Kerstin Apel in ihrem Buch bisher nicht bekannte Details berichtete. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb die Ermittlungen wegen Beihilfe zum Mord aufgenommen. So gab sie an, dass sie Matthias S. überraschte, als er in der Wohnung ihrer Mutter den kleinen Jungen in der Badewanne festhielt. Sie schrieb: "Und wieder hörte ich dieses furchtbare Geräusch aus dem Bad, ich hielt mir schnell die Ohren zu." Das Kind habe offenbar mit den Beinen gestrampelt, bis der 18-Jährige den siebenjährigen Lars endgültig mit einem Küchenmesser erstach. Die Buchautorin sei dann von ihrem Verlobten gezwungen worden, die Leiche gemeinsam mit ihrem Freund zu "entsorgen".

Der tote Junge ist in einem Koffer an der Bahnstrecke Halle-Leipzig zusammen mit alten Zeitungen aus dem Fenster geworfen worden. Nach dem Auffinden des Koffers 1981 begannen die umfangreichsten Ermittlungen in der Geschichte der Volkspolizei. Das ausgefüllte Kreuzworträtsel war die einzige Spur zum Täter. Zehntausende Bewohner aus Halle-Neustadt mussten Schriftproben abgeben. 500000 Schreiben haben die Beamten untersucht und kamen so auf die Mutter von Kerstin Apel und somit auf ihren Verlobten Matthias S.

Sein Vater beging Jahre später Selbstmord. Der Vater des Opfers wurde alkoholkrank und verstarb 1994.