Magdeburg l Das Spiel ist aus. Erst seit 2010 war Magdeburg zu einem jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25 000 Euro Mitglied in der Metropolregion Mitteldeutschland. Wenn es nach Oberbürgermeister Lutz Trümper geht, ist die Stadt zum Jahreswechsel raus aus dem Zusammenschluss von Städten, in dem dann noch Chemnitz, Dessau-Roßlau, Gera, Halle, Jena, Leipzig und Zwickau als Mitglieder organisiert sind.

In einer Liste für Gründe des Austritts aus dem Büro des Oberbürgermeisters heißt es unter anderem: "Wenn man über den Arbeitsaufwand (...) Resümee zieht, muss man feststellen, dass die Ergebnisse dem Aufwand sowohl in personeller als auch in finanzieller Hinsicht nicht Rechnung tragen." Die bislang erarbeiteten Papiere wie ein Wissenschaftsatlas und ein Kulturwegweiser seien zwar "gute Projekte" - jedoch wären sie auch ohne Metropolregion denkbar gewesen. Zudem: Sie sind eine Zusammenfassung bestehender Angebote und haben keinen darüber hinausgehenden Neuigkeitswert.

In einer Auflistung mit Ergebnissen heißt es statt dessen zu 16 von 24 Punkten: "Kein Ergebnis" (siehe Ausriss). Ganz oben bei den Zielen ohne nennenswertes Ergebnis: die Erhöhung der Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Kein Erfolg aus Sicht des Rathauses ist beispielsweise auch beim Standortmarketing, der intenationalen Tourismusvermarktung, der Vernetzung der Wissenschaft und der Unterstützung lokaler Bündnisse für Familienfreundlichkeit zu erkennen.

Offensichtlich sehen das auch andere Städte so: Erfurt hat entgegen ursprünglicher Planungen nie mitgetan, und Dresden tritt gleichzeitig mit Magdeburg aus dem Bündnis aus.

Allerdings scheint in der Stadtverwaltung nicht jeder die Mitgliedschaft in der Metropolregion abzulehnen. Noch im Herbst hatte der Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche mit der Mitgliedschaft Magdeburgs in diesem Städtebündnis geworben. In einem Interview mit der Volksstimme hatte er damals zu Protokoll gegeben, dass er die großen Strukturen einer Metropolregion als eine der wenigen Möglichkeiten sieht, wie Magdeburg im globalisierten Ringen um Aufmerksamkeit in der Politik und bei Investoren um Aufmerksamkeit buhlen könnte.

Die Geschäftsstelle der Metropolregion bedauert den Ausstieg - bietet aber eine projektbezogene Zusammenarbeit an.

Letztlich entscheiden muss der Stadtrat am 6. Juni.