Magdeburg. In der Debatte um den Wandel von Gartenland in Bauland hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) ein Machtwort gesprochen. Am Freitag ließ er aus seinem Urlaub heraus das Verfahren zur Aufstellung der Bebauungspläne für die Kleingartenanlagen in Stadtfeld und im Neustädter Feld stoppen: "Ich habe angeordnet, dass die Planungen, obwohl sie einvernehmlich abgestimmt waren, sofort eingestellt werden", ließ er seine Sprecherin verkünden. Die Bearbeitung von Bebauungsplänen für Kleingartenanlagen sollen erst dann wieder aufgenommen werden, wenn der Verband der Gartenfreunde dies ausdrücklich fordere.

Vorwurf zurückgewiesen

Trümper sieht sich harscher Kritik ausgesetzt. Kleingärtner werfen ihm und seiner Verwaltung vor, Laubenpieper mit Hilfe von Bauplanungen von ihren Schollen vertreiben zu wollen. In der Folge wurde sogar die Magdeburger Gartenpartei gegründet. Trümper wies den Vorwurf erneut zurück. Seit Jahren arbeite die Stadt mit dem Verband der Gartenfreunde an einem gemeinsamen Konzept für Kleingartenanlagen. Gemeinsames Ziel sei es, dem zunehmenden Leerstand und der demografischen Entwicklung in Kleingartenanlagen entgegenzuwirken.

Die aktuelle Lage ist für den OB auch deshalb besonders misslich, weil er von der Zustimmung der Kleingärtner für das Planverfahren ausging. Auf eine Anfrage der Stadtverwaltung für das Planverfahren hatte der Verband der Kleingärtner seine Zusage signalisiert, diese Entscheidung aber nicht mit den Gartenvereinen abgesprochen.

Debatten halten an

Der Zorn der Kleingärtner richtete sich daraufhin auf Trümper, nicht auf die Spitze des Kleingartenverbandes. Deren Chefin Ute Simon hatte zwischenzeitlich im Volksstimme-Interview zugegeben: "Wir haben einen Fehler gemacht und das sehen wir inzwischen auch ein."

Trümpers Ankündigung wertet die Gartenpartei als einen "ersten Erfolg". Initiator Roland Zander: "Das ist eine gute Maßnahme, aber wir verlassen uns nicht darauf. Schließlich war es ja der OB, der mit der Idee eines Bebauungsplanes auf die Kleingärtner zugegangen ist."

Die Debatten um die Bebauungspläne dürften weiter anhalten. Zum einen verzeichnet die Gartenpartei seit den Berichten in der Volksstimme enormen Zuspruch. Zum anderen trifft sie sich in der kommenden Woche mit dem Verband der Gartenfreunde.