Magdeburg ist um ein neues Unternehmen im Bereich Elektromobilität reicher. Lettische Investoren haben sich in der Elbestadt niedergelassen, um Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu verkaufen - und bald vielleicht auch hier zu bauen.

NeueNeustadt l Mit ihrer Firma Ellades haben Boriss Strausovs und Dmitrijs Parfonovs große Pläne. In Lettlands Hauptstadt Riga hat ihr Partnerunternehmen Eltus schon die ersten Stromtanksäulen für Elektroautos produziert und in Betrieb genommen. Der Prototyp "M2 Universal" ist einsatzbereit und orderbar. Die Massenproduktion steht allerdings noch aus. Mit dem Büro im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) in Magdeburg wollen die Investoren nun den europäischen Markt weiter erschließen. Wenn das Geschäft gut läuft, schließen die beiden Letten nicht aus, in Zukunft auch eine eigene Niederlassung in Magdeburg zu bauen oder hier gar die Produktion ihrer Ladestationen aufzunehmen. Zunächst will Ellades sich aber auf die Weiterentwicklung seiner Produkte konzentrieren und das E-Mobilitätsprogramm in Sachsen-Anhalt vorantreiben.

Magdeburg als Standort im baltischen Raum beworben

Die Ansiedlung des Unternehmens ist das Ergebnis städtischer Bemühungen und entsprechender Werbung im Ausland, Firmen für Magdeburg zu gewinnen. Das Internationale Büro für Wirtschaftsförderung Magdeburg hatte die Landeshauptstadt auch im baltischen Raum als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort angepriesen und so auch die beiden Unternehmer aus Lettland überzeugt, ihre Investition in Magdeburg zu tätigen.

Die Stadt habe sich positiv durch interessante Partner in Forschung und praxisnaher Prüfung seiner Produkte hervorgetan, erklärte Strausovs. Als technischer Direktor von Ellades plane er, eng mit den wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort und dem Automobilkompetenzzentrum IKAM zusammenzuarbeiten. Auch Kooperationen mit der Otto-von-Guericke-Universität strebe er an. "Wir haben großes Vertrauen in das Investitions- und Produktionsumfeld der Landeshauptstadt Magdeburg", so Strausovs. Im Juli war der Gesellschaftervertrag für das Unternehmen in Magdeburg notariell beglaubigt worden.

Elektroautos gelten als umweltfreundliche Alternative zu Wagen mit Verbrennungsmotoren, da sie kein schädliches Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Außerdem fallen ihre Betriebskosten geringer aus. In vielen Ländern wird die Forschung an den Automobilen der Zukunft und ihre Anschaffung daher staatlich gefördert, auch in Deutschland. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Noch ist das Problem der forschenden Industrie, dass ihre Elektroautos nur eine geringe Reichweite haben, häufig wieder aufgeladen werden müssen. Damit man die Fahrzeuge auch unterwegs problemlos nutzen kann, müssten deshalb entsprechend mehr Ladestationen installiert werden. Ellades bietet von seinem neuen Büro in Magdeburg aus ab jetzt auch in Deutschland dafür entsprechende Lösungen an. Mögliche Standorte gäbe es auch in Magdeburg viele: Ob nahe Einkaufszentren, an Tankstellen oder auf Parkplätzen.

Bisher kann man in Magdeburg an zwei Stationen sein Elektroauto mit Strom auftanken. An entsprechenden Steckdosen der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) in der Tiefgarage am City Carré und an einer Ladesäule der RWE beim ADAC-Servicecenter in der Thietmarstraße 16 a.

Bilder