Bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung ist Magdeburg sehr dynamisch,
muss aber noch viel aufholen. Das geht aus dem neuen Städteranking
hervor.

Magdeburg ● Rankings, also Ranglisten, sind immer mit etwas Vorsicht zu betrachten, geben sie doch nicht mehr, aber auch nicht weniger als einen Ist-Zustand wieder. Darum ist das Städteranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft, das jährlich für die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" in Kooperation mit der "WirtschaftsWoche" ermittelt
wird, für Magdeburg auch gar nicht schlecht ausgefallen.
Untersucht wurden 50 deutsche Großstädte. Dabei standen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wo ist der Wohlstand am größten? Welche Städte haben die höchste wirtschaftliche Dynamik.
Niveau-Ranking: Die Ermittlung des durchschnittlichen Wohlstandes in einer Stadt führte zum Niveau-Ranking, dabei wurde der Ist-Zustand ermittelt. Diese Liste wird von München, Stuttgart und Münster angeführt.
Magdeburg belegte dabei mit 44,6 Punkten den 40. Platz. Positiv wirkte sich für Madeburg aus, dass 44 Prozent aller Einwohner ab 55 Jahren einen sozialversicherungspfl ichtigen Job haben, der Städte-Durchschnitt liegt bei 37,8 Prozent. 41,8 Prozent aller befragten
Unternehmen in Magdeburg attestierten den Stadtvätern einen guten Umgang mit den öffentlichen Finanzen (Durchschnitt 34,9
Prozent) und 58 Prozent aller Einwohner zwischen 15 und 64 waren
2010 abhängig beschäftigt (Durchschnitt 56,8 Prozent). Punktabzüge
gab es für den Umstand, dass die Kaufk raft je Einwohner in Magdeburg nur bei 15 630 Euro liegt (Durchschnitt 18 948 Euro), dass 9,7 Prozent aller Schulabgänger ohne Schulabschluss die Schule verließen (Durchschnitt 7,3 Prozent) und dass auf 100 Einwohner der Stadt statistisch gesehen 11,9 ALG-II-Empfänger kommen (Durchschnitt 8,5 Bezieher).
"Dieses Ergebnis wundert mich nicht", sagt Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche. Die ostdeutschen Großstädte hätten immer noch sehr viel gegenüber den westdeutschen aufzuholen. Der Abstand lasse sich nur langsam verringern. Sehr zufrieden ist Nitsche dagegen mit dem Abschneiden von Magdeburg beim Dynamik-Ranking.
Dynamik-Ranking: Hier belegte Magdeburg den 8. Platz von 50 Städten. Auf Platz eins liegt Kassel, auf Platz zwei Leipzig und auf drei Erfurt. In diesem Ranking wurde verglichen, wie sich die Städte in den Jahren 2005 bis 2010 entwickelt haben. So hat sich in Magdeburg die Einkommenssteuerkraft um 27 Prozent verbessert, die Arbeitslosenquote sank um 7,3 Prozentpunkte (Durchschnitt
4,5 Prozentpunkte), und das Arbeitsplatzangebot stieg um 6,2 Prozentpunkte (Durchschnitt 3,5 Prozentpunkte).
"Dieses Ranking ist für uns das eigentlich wichtige", kommentierte Rainer Nitsche die Liste. Es zeige, dass die Stadt in ihren Bemühungen, den Anschluss an die Städte in Westdeutschland zu schaff en, nicht nachgelassen habe. "Das ist ein wichtiges Signal." Klar sei aber auch, dass dieser Weg weitergegangen werden müsse. "Wir müssen bis zum Ende des Solidarpakts in Deutschland so weit wie möglich kommen", so der Wirtschaftsbeigeordnete.