Neue Akzente bei der Strombrückenverlängerung: Der Brückenschlag soll wegen des Bauverzugs am Tunnel bis 2017/2018 nun doch vorher realisiert werden. Favorisiert wird weiterhin eine vergleichsweise kostengünstige Pfeilerbrücke. Das Problem: Die Umweltbehörde lehnt ab.

Altstadt l Die Stadt will in der ablehnenden Haltung der Umweltbehörde einen Konsens herbeiführen. Derzeit werde untersucht, so OB Lutz Trümper in einem Volksstimme-Gespräch, ob das durch einen Ausgleich geschehen könne. Ernsthaft im Gespräch nämlich ist jetzt, die alte und von Pfeilern getragene Kanonenbahnbrücke abzureißen und den Bereich zu renaturisieren. Damit würde der Eingriff in die Natur durch das geplante Projekt kompensiert werden, schlägt Oberbürgermeister Lutz Trümper vor.

Das Stadtoberhaupt drängt zur Eile. Einerseits spitze sich die Lage an der Anna-Ebert-Brücke bis hin zu einer möglichen Sperrung zu, andererseits verschiebt sich das Tunnelprojekt.

Bis nach 2017 oder gar 2018 mit der seit 50 Jahren geplanten Strombrückenverlängerung zu warten, könnte bei dem drohenden Ausfall der 120 Jahre alten Brücke für den Stadtverkehr verhängnisvoll werden.

Trümper weiter: Diese Variante werde deshalb zügig in der Verwaltung untersucht. Er habe, wie angekündigt, mit Landesumweltminister Aeikens über das Problem gesprochen. Der habe auf die ausschließliche Entscheidungskompetenz der unteren Umweltbehörde, also des städtischen Umweltamts verwiesen, hieß es. Hintergrund: Zu Jahresende 2011 war öffentlich geworden, dass die Umweltbehörde die 6-Pfeiler-Brücke ablehne wegen geschützter Fauna (Biber, Königslibellen). Eine Alternative ist eine pfeiler-reduzierte Pylonbrücke, wie sie am Cracauer Wasserfall gebaut worden war, um den besonderen Anforderungen dieses Flora-Fauna-Habitats (EU-Naturschutzraum) Rechnung tragen zu können. Das aber war zu Buga-Zeiten und das Geld ist knapp geworden. Das moderne Bauwerk soll mit 47 Millionen Euro zwischen 8 und 10 Millionen Euro mehr kosten.

Für Trümper ist deshalb die "Tausch-Variante" mit der Kanonenbahnbrücke erfolgversprechend für das Gesamtvorhaben. Diese geht übrigens auf einen Vorschlag der Stadtratsfraktion SPD-future zurück. Die Räte hatten auch die direkte Verwendung der früheren Eisenbahnüberführung in Erwägung gezogen. Das aber sei laut Trümper wegen ihres Zustandes nicht machbar.

Auch sei sie zu schmal für die erforderliche doppelgleisige Straßenbahnüberführung. "Wir brauchen schnell die Strombrückenverlängerung", warnt Trümper.

Eine Pylonbrücke scheidet für ihn aus - modern, nicht leistbar. Die 8 bis 10 Millionen Euro mehr seien absolut nicht aus dem Stadthaushalt aufzubringen, begründet er. (Kommentar)

   

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