Magdeburg l Die Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) besteht seit 20 Jahren. Aus dem Anlass fand im Alten Rathaus der Landeshauptstadt, dem Ort, an dem die Idee geboren und die Arbeitsgemeinschaft schließlich aus der Taufe gehoben worden war, eine Festveranstaltung statt. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hob in einem Grußwort insbesondere das Bemühen der Magdeburger DIG-Mitglieder hervor, durch persönliche Kontakte den Gedanken der deutsch-israelischen Freundschaft fest zu verankern. Dazu hätten Besuche von Zeitzeugen, Überlebenden und Hinterbliebenen von Opfern des Holocaust in Magdeburg ebenso gehört wie die jährlichen Israel-Reisen von Magdeburgern.

Besonderes Anliegen sei es auch, an diejenigen Magdeburger zu erinnern und sie zu ehren, die den braunen Terror in ihrer Heimatstadt nicht überlebt hatten. 300 "Stolpersteine" seien inzwischen verlegt worden - die Initiative dazu sei von Superintendentin i.R. Waltraut Zachhuber ausgegangen - und viele weitere würden folgen.

DIG-Präsident Reinhold Robbe, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, und Kultusminister Stephan Dorgerloh (beide SPD) erinnerten daran, dass Deutschland angesichts des millionenfachen Mordes an den europäischen Juden während der Nazi-Herrschaft eine besondere Verantwortung gegenüber Israel hat, auch für dessen Zukunft. Entscheidendes Kriterium für die deutsch-israelischen Beziehungen müsse Verlässlichkeit sein, betonte Dorgerloh.

Der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Botschaft, Tal Gad, unterstrich in seinem Grußwort zum 20-jährigen Bestehen der DIG-Arbeitsgemeinschaft in Magdeburg den Friedenswillen Israels. Voraussetzung für Frieden in der Region sei indes die Anerkennung des Existenzrechts Israels als jüdischer Staat durch seine Nachbarn.

In Gesprächsrunden unter Leitung des Vorsitzenden der Magdeburger DIG-Arbeitsgemeinschaft, Landtagsvizepräsident Gerhard Miesterfeldt (CDU), debattierten Dorgerloh und Robbe Grundsätzliches und aktuelle Herausforderungen der Freundschaftsbeziehungen zu Israel.

Alt-Oberbürgermeister Willi Polte, der eigentliche "Vater" der DIG-Arbeitsgemeinschaft, und Gründungsmitglied Roswitha Hinz erzählten von den Anfängen und erinnerten an Höhepunkte der Vereinsarbeit wie das Konzert des Magdeburger Ehrenbürgers, des Geigers Menahim Pressler, in der Landeshauptstadt. Den feierlichen Rahmen der Festveranstaltung gestalteten Mirjam Miesterfeldt (Gesang), Svetlana Ozerskaia (Klavier) und V. Kagan (Violine).

Mit einer Schweigeminute gedachten die Mitglieder der DIG-Arbeitsgemeinschaft und ihre Gäste an dem Abend, der übereinfiel mit dem Beginn des Yom HaZikaron, des Gedenktags für die Gefallenen der Kriege Israels und die Opfer des Terrorismus, traditionell eine Woche nach dem Holocaust-Gedenktag Yom HaShoah, der Toten. Zum Abschluss erklangen die Hymnen Israels und Deutschlands.