Berlin l Unter dem Motto "Wir sind 50" hatte die sachsen-anhaltische Landesvertretung in Berlin am Dienstagabend mehr als 300 Gäste zu einem dreifachen Jubiläumsfest eingeladen. "Die Landesvertretung selbst residiert zwar erst seit zehn Jahren in der ,Möwe\', aber die Straße der Romanik und die Weinstraße Saale-Unstrut feiern in diesem Jahr jeweils ihr 20-jähriges Bestehen. Das macht zusammen 50", klärte Michael Schneider, Bevollmächtigter des Landes beim Bund, die Gäste auf.

An zahlreichen Ständen, in Gesprächen und per Video hatten die Besucher Gelegenheit, sich über Sachsen-Anhalt zu informieren und dabei den 2012er Jahrgang des Saale-Unstrut-Weines zu kosten. "Die Ernte des vergangenen Jahres beträgt leider nur die Hälfte von 2011, aber dafür ist die Qualität der meisten Weine sehr viel höher", sagte Siegfried Boy, Präsident des Saale-Unstrut-Weinverbandes. So manches "Tröpfchen" aus dem Landesweingut Kloster Pforta, von der Winzervereinigung sowie von mehreren Weingütern bestätigte diese Einschätzung.

Lars-Jörn Zimmer, Vorsitzender des Tourismusverbandes, lud die Gäste zu einem Besuch der Straße der Romanik in ihrem 20. Jahr ein. Jährlich werden rund 1,5 Millionen in- und ausländische Gäste entlang der Touristikroute gezählt. "Im Jubiläumsjahr bieten wir ihnen einen Kalender, der in 80 Tagen zu den 80 Bauwerken der Straße führt", so der Tourismuschef. Am 11. Mai werden die Bauwerke an einem einheitlichen Romanik-Öffnungstag die Besucher mit besonderen Veranstaltungen willkommen heißen. Vom 24. bis 26. Mai führt eine Oldtimer-Rallye zu Luther, Bauhaus und Gartenreich. Für ein- und mehrtägige Wanderungen liegen mindestens 20 Tourenvorschläge bereit, machte Zimmer die Gäste auf die Straße der Romanik neugierig.

Lobende Worte für das "Zehnjährige" der Landesvertretung fand Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Als Bindeglied zwischen der Landesregierung und dem Bund würden die Mitarbeiter eine hervorragende Arbeit leisten. "Mit einem vielfältigen Programm gelingt es, Sachsen-Anhalt als Kernland deutscher Geschichte auf dem Weg zu einem modernen Wirtschaftsstandort und als Region mit europäischer Ausstrahlung zu präsentieren."

Seit 2003 wurden von der Landesvertretung im ehemaligen DDR-Künstlerclub "Die Möwe" mitten im politischen Zentrum der Bundeshauptstadt mehr als 2200 Veranstaltungen organisiert. Als 222.222. Besucherin konnte am Dienstagabend Julia Schulze-Scheffler aus Burg begrüßt werden. Die 28-Jährige ist als Referentin im Landtag tätig .

Die SPD-Minderheitsregierung von Sachsen-Anhalt hatte das stark sanierungsbedürftige Gebäude Luisenstraße 18 im Jahre 1998 von der Freien und Hansestadt Hamburg für einen Preis von umgerechnet 8,4 Millionen Euro gekauft, der danach Anlass für politische Querelen war. 2001 begannen umfangreiche Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen für insgesamt 13,3 Millionen Euro, die im Endergebnis zu einer der schönsten Landesvertretungen in Berlin führten.