Washington l Wer wünscht sich das nicht: Den Menschen einfach in den Kopf gucken, um herauszubekommen, was sie können und was nicht. Ideal für Arbeitgeber: Vor dem Einstellungsgespräch noch ein kleiner Gehirnscan? Und erst bei der Partnersuche: Vor dem Hochzeitstermin nicht doch ein bisschen mehr Klarheit über Stärken und Schwächen? Geht nicht? Geht doch, haben jetzt amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, berichtet dpa.

Gehirnforscher der Stanford University School of Medicine in Kalifornien glauben herausgefunden zu haben, dass ein frühzeitiger Blick ins Gehirn von Kindern Aussagen darüber zulässt, wie gut sich ihre Matheleistungen entwickeln lassen. Also lohnt sich der ganze Nachhilfeunterricht überhaupt, wenn es in der Schule nicht so läuft?

Die Forscher haben bei 24 Grundschülern zunächst die Gehirnaktivitäten gemessen. Im Mittelpunkt stand dabei die Größe und Vernetzung eines bestimmten Hirnteils namens Hippocampus. Anschließend bekamen alle Kinder Mathe-Einzelunterricht - acht Wochen lang. Und dann wurde wieder gemessen. Ergebnis: Je größer der Hippocampus, desto besser waren die Matheleistungen. Die grundlegende Intelligenz der Kinder, die zuvor über den Intelligenzquotienten, die Lesefähigkeit oder die Gedächtnisleistungen ermittelt wurde, spielte erstaunlicherweise kaum eine Rolle. Also profitiert ein kluges Kindchen nicht automatisch von der Mathe-Nachhilfe. Wichtiger in Bezug auf Zahlen ist, wie groß sein Hippodingens ist.

Es sollte kaum verwundern, wenn sich nicht noch ganz andere Fähigkeiten des Menschen über Gewicht, Aussehen oder Schwabbelgrad von bestimmten Gehirnteilen ermitteln ließen. Bei herausragenden Sprachbegabungen könnten Eltern so zum Beispiel frühzeitig die beruflichen Weichen ihres Sprösslings in Richtung Politiker stellen. Rein den Knirps in den Kernspintomografen, und schon herrscht Klarheit.

Auch für die Kinder wäre das schön. Wieder nur eine 5 in Mathe? "Papa, du weißt doch. Mein Hippocampus ist nicht der Allergrößte."