Stendal l Zu einem tragischen Unfall kam es am Sonnabend gegen 18.45 Uhr im Stendaler Ortsteil Borstel. Ein 62-jähriger Fallschirmspringer stürzte in den Tod.

Ralph Marth, Vorsitzender des Vereins Skydive Stendal, hat aus der Luft beobachtet, wie sich das Unglück anbahnte. Er gehörte zu den zehn Mitgliedern des Vereins, die gesprungen waren.

"Die Hauptkappe öffnete sich nicht richtig", schilderte er gestern immer noch fassungslos im Gespräch mit der Volksstimme. Dadurch sei der 62-jährige Stendaler ins Trudeln geraten und habe dann den Hauptschirm abgetrennt und den Rettungsfallschirm ausgelöst. "Warum es trotzdem zu dem Unglück kam, lässt sich nicht sagen", meinte Marth ratlos.

Der Rettungsfallschirm sei genauso wirksam wie die so genannte Hauptkappe. Auch sei der Schirm des 62-Jährigen in den vorgeschriebenen Abständen geprüft worden. Der Fallschirm wurde sichergestellt und soll nun untersucht werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nachdem der Mann am Boden aufgekommen war, kümmerten sich sofort ein Vereinsmitglied und ein Teilnehmer des benachbarten Opel-Treffens um ihn und alarmierten den Rettungsdienst. "Der war wirklich sehr schnell vor Ort", lobte Marth. Doch auch die professionellen Retter konnte den Verunglückten nicht ins Leben zurückholen.

"Er war ein sehr erfahrener Fallschirmspringer, hat vor 15, 16 Jahren beim Aero-Club Braunschweig angefangen und dann unseren Verein 2001 in Gang gebracht", erzählte Marth voller Anerkennung.

Das Unfallopfer hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder. "Die Tochter ist auch bei uns im Verein, war aber am Sonnabend nicht mit auf dem Platz", fügte der Vorsitzende hinzu.