Magdeburg l Noch nicht zu den Akten gelegt ist das Thema Bahnhofstunnel vor Gericht: Das City Carré legt jetzt als erster Verfahrensbeteiligter Widerspruch gegen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ein.

Eine Revision hat das Oberverwaltungsgericht im Oktober nicht zugelassen, als es die beiden letzten Klagen gegen die Pläne zum Tunnelbau am Magdeburger Hauptbahnhof zurückwies. Dagegen geht nun das Magdeburger City Carré mit einer sogenannten Nichtzulassungsbeschwerde vor. Der Gebäudekomplex mit Einkaufszentrum, Multiplex-Kino und großen Büroflächen befindet sich zwischen Ernst-Reuter-Allee und dem ehemaligen Busbahnhof an der Hasselbachstraße.

Die Eigentümer befürchten, dass mit der Verlegung des motorisierten Individualverkehrs in einen Tunnel zwischen Damaschkeplatz und Otto-von-Guericke-Straße die Erreichbarkeit des Centers massiv behindert wird. Guido Reuter ist Centermanager und sagt: "Mehrere Gutachten prognostizieren einen Stau von drei bis fünf Stunden pro Tag vor der Tür - das ist noch mehr als bisher und wird eine Zufahrt in unsere Tiefgarage erheblich erschweren."

Wie bereits während der Verhandlung im Magdeburger Justizzentrum deutlich wurde, stört sich das City Carré vor allem daran, dass ein Linksabbiegen aus der nördlichen Ausfahrt nach links in Richtung Stadtfeld nicht mehr möglich sein soll. Die Autofahrer müssten stattdessen an der Kreuzung wenden, auf die Otto-von-Guericke-Straße in Richtung Universitätsplatz oder nach rechts in Richtung Hasselbachplatz abbiegen und sich andere Wege in den Westen der Stadt suchen. Eine weitere Staubelastung an der Ampelkreuzung samt Rückstau bis Damaschkeplatz, so die Kläger, sei hier absehbar. Ein massiver Einbruch der Besucherzahlen steht im Raum.

"Dass das Gericht die Situation an der Kreuzung völlig außer Acht gelassen hat und so tut, als ob der Tunnelbau nichts mit der Belastung an der Kreuzung zu tun hat, ist doch geradezu abenteuerlich", begründet Guido Reuter die Beschwerde gegen die Entscheidung. Mitnichten sei das Centermanagement per se gegen den Tunnelbau - nur sollten die Interessen der Anlieger ausreichend berücksichtigt werden.

Eine weitere Klage gegen die Pläne zum Tunnelbau hatte es seitens des Bundes für Umwelt- und Naturschutz gegeben. Über das weitere Vorgehen seines Verbands wollte Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf gestern gegenüber der Volksstimme keine Aussagen machen.