Magdeburg l Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) hat einen personellen Umbruch eingeleitet. Der bisherige Landesvorsitzende Michael Heendorf (Magdeburg) ist am 20. Dezember von seinem Amt zurückgetreten und hat die Partei verlassen. Auch Jörg Bohne (Niederndodeleben), bislang Vize-Landeschef, hat seinen Austritt aus der AfD zum 31. Dezember erklärt. Das bestätigte ein Parteisprecher am Montag der Volksstimme.

Die neue Landesspitze wurde unter Ausschluss der Medien bei einem Landesparteitag am 21. Dezember gewählt. Neuer Parteichef ist Arndt Klapproth (42) aus Dessau-Roßlau. Der Versicherungsfachwirt setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 41 zu 34 Stimmen gegen Andreas Hernig (Dessau-Roßlau) durch, der dann zum Landesschatzmeister gewählt wurde.

Stellvertretende Landesvorsitzende sind jetzt Burkhard Bader (Halle), Gerald Schmidt (Dessau-Roßlau) und Tobias Rausch (Staßfurt).

Arndt Klapproth sagte der Volksstimme gestern, dass das Mitgliederwachstum fortgesetzt werden müsse. Seinen Angaben zufolge hat die AfD in Sachsen-Anhalt bislang knapp 240 Mitglieder. Es seien bereits acht Kreisverbände aufgebaut worden. Allerdings: Im Kreisverband Börde ist der Vorsitzende zurückgetreten, im Kreisverband Halle-Saalekreis schmiss Mitte November der gesamte Kreisvorstand hin.

Bei der Bundestagswahl im September hatte die AfD in Sachsen-Anhalt 4,2 Prozent der Zweitstimmen geholt.

Zu seinem Vorgänger sagte Klapproth: "Michael Heendorf hat sich um den Aufbau der Partei verdient gemacht. Aber er ist nicht wirklich der Mensch, der die jetzt anstehenden Aufgaben sehr gut begleiten kann." Klapproth sieht Schwächen bei Organisation und Strukturierung der AfD.

Der 49-jährige Heendorf gehörte im Februar 2013 zu den 18 Gründungsmitgliedern der Partei und baute den Landesverband Sachsen-Anhalt mit auf. Zuvor war er Mitglied der PDS, später dann der CDU gewesen. Er selbst sagte mal von sich: "Ich bin nicht links, nicht rechts, nicht Mitte. Ich bin ein Mensch mit Brüchen."

Christian Lüth, AfD-Medienkoordinator in Berlin, nannte als Grund für Heendorfs Rückzug persönliche Motive. "Er sah sich vielen Anfeindungen von Parteimitgliedern ausgesetzt und war dadurch sehr frustriert." In der Landes-AfD war zuletzt Kritik an Heendorfs "autokratischem Führungsstil" laut geworden. Er nehme die Parteibasis nicht mit, hieß es. Heendorf war für die Volksstimme gestern nicht erreichbar.

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