Berlin (dpa). Nach dem Winterchaos vom Wochenende ist der vorweihnachtliche Reiseverkehr auf Europas Flughäfen nur schleppend wieder angelaufen. Die Airport-Betreiber warnten vor weiteren Verspätungen und Ausfällen. Der Flughafen Frankfurt/Main strich gestern 367 Verbindungen. An Europas größtem Drehkreuz London-Heathrow starteten und landeten nach anderthalb Tagen Sperrung wieder Maschinen.

Autofahrer brauchten starke Nerven: Die Straßen waren vielerorts spiegelglatt, liegengebliebene Lastwagen blockierten Autobahnen. In Nordrhein-Westfalen galt zeitweise erneut ein Fahrverbot für schwerere Lastwagen auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen. Die Polizei warnte vor Blitzeis. Bei der Bahn fielen wieder Züge aus oder hatten Verspätung.

Auch die Nordeuropäer, die an Schnee gewöhnt sind, haben derzeit mit ungewöhnlichen Wetterverhältnissen zu kämpfen: In Helsinki fielen von Sonntag auf Montag fast 70 Zentimeter Schnee – so viel wie seit 1915 nicht mehr. Die Behörden wissen nicht mehr, wohin mit dem geräumten Schnee. Busse und Straßenbahnen verkehren deutlich langsamer als üblich.

Im südlichen Schweden mussten gestern 100 von 350 Bahnverbindungen wegen Schneeverwehungen eingestellt werden. Bei all dem bleiben die Skandinavier aber eine Spur gelassener als die südlicher lebenden Nachbarn – auch nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.