Halle (dapd/kc) l Der Verein Deutsche Sprache (VDS) beklagt eine zunehmende Verenglischung des Deutschen. "Die deutsche Alltagssprache wird durch den Gebrauch von sinnlosen Anglizismen verdrängt", sagt der Vizechef und Sprecher der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, Jörg Bönisch, in Halle anlässlich des Tags der deutschen Sprache.

Dabei gehe es bei der Beurteilung nicht um Lehnwörter. "Ergänzen Wörter aus anderen Sprachen die deutsche Sprache sinnvoll, sehen wir keinen Anlass zur Kritik", sagt Bönisch. Der Verein betrachte mit Sorge die Entwicklung, dass ausdrucksstarke deutsche Wörter durch englische Begriffe ersetzt werden, wo es nicht sein müsse, wie beispielsweise Highlight für Höhepunkt. "Niemand sollte sich seiner deutschen Muttersprache schämen", sagt Bönisch.

Mit der Vereinsarbeit wollen die Sprachfreunde, wie sie sich selbst bezeichnen, die Verdrängung der deutschen Alltagssprache durch Anglizismen aufhalten. Der VDS forderte daher die Deutschen auf, sich stärker auf die eigene Sprache zu besinnen.

Der Appell, bewusster mit der deutschen Sprache umzugehen, richte sich insbesondere an Politik und Wirtschaft. Eine Hauptforderung des Vereins ist Bönisch zufolge die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz.

Nach Angaben des Dudenverlags machen die aus dem Englischen stammenden Fremdwörter insgesamt vier Prozent der Gesamtheit aller im Deutschen verwendeten Wörter aus. Umgekehrt hat die englische Sprache aber auch deutsche Wörter aufgenommen. So gibt es im Englischen zum Beispiel "angst", "autobahn", "bratwurst", "gemuetlichkeit", "hausfrau", "kapellmeister", "lebensraum", "schadenfreude" und "rucksack". Beim "Bodybag" im Deutschen handelt es sich im Übrigen um einen Scheinanglizismus - die englische Bedeutung wäre "Leichensack."

 

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