Kolumne

Christian Beck über die Schwächen des FCM: So lässt Titz trainieren

FCM-Legende ,Beckus’ erzählt exklusiv im Volksstimme-Newsletter, was ihn im Fußball gerade bewegt: Das wird beim Club während der Länderspielpause im Fokus stehen.

Aktualisiert: 22.09.2022, 09:48
Christian Beck gilt als FCM-Vereinslegende, absolvierte fast 300 Spiele für Blau-Weiß.
Christian Beck gilt als FCM-Vereinslegende, absolvierte fast 300 Spiele für Blau-Weiß. Foto: Nico Esche

Der 1. FC Magdeburg hat viel Ballbesitz, alles schön und gut. Aber nach den vergangenen Spielen tut es weh zu sehen, dass der Ball einfach nicht ins Tor will. Das gilt nicht nur für Angreifer Luca Schuler, sondern für die ganze Mannschaft. Die Fans, sie werden unruhig. Aber: Dass keiner die Bälle mit Absicht am Tor vorbeischiebt, ist klar. Manchmal gibt es solche Phasen, das kenne ich als Stürmer selber gut genug.

Zudem sah Luca Schuler unglücklich gegen Hansa Rostock aus. Er war lange verletzt und findet jetzt erst einmal langsam zurück. Man muss ihm diese Zeit geben. Es ist normal, dass das bei Schuler passiert: Er ist jung, dann kommt der Druck von außen. Doch wird er noch wichtig werden für den FCM. Da sollte man Ruhe bewahren. Ich würde Schuler nie draußen lassen, denn der Verein braucht seine Größe da vorne.

Dazu kommen viel zu viele Gegentore, gerade bei Standards. Der FCM ist keine große Mannschaft. Immerhin kam mit den beiden neuen Verteidigern eine gewisse Größe mit rein.

Aber Standards zu verteidigen, das ist auch eine Konzentrations- und Trainingssache. Jeder Spieler muss seinen Bereich und den Raum als Team verteidigen können. Das ist nicht einfach, aber solche Standards entscheiden manche Spiele. Da gibt es noch Entwicklungspotenzial.

FCM in der Länderspielpause

Nun gibt es zwei für den FCM wichtige Wochen ohne Ligabetrieb. Wichtig, weil intensiv gearbeitet werden kann. Offensive Abschlüsse können nun ausgiebig trainiert werden. Auch in der Defensive sollte einiges aufgearbeitet werden. Christian Titz arbeitet viel mit Video-Analysen. Auf dem Platz werden dann die Abläufe wiederholt und gefestigt.

Besonders die Arbeit mit Video ist ein Markenzeichen von Titz, das kenne ich noch aus meiner Zeit unter ihm. Er zeigt die entsprechenden Szenen und wie man es besser machen kann. Er spricht viel mit den Spielern, arbeitet auch mit Einzelvideos und das sehr detailgetreu.

Der Trainer bringt aber auch eine gewisse Lockerheit rein, obwohl man auf dem letzten Platz steht. So war das bei uns damals auch, als wir kurz vor dem Abstieg in die Vierte Liga waren. Ein wenig Spaß und Lockerheit ist dieser Tage extrem wichtig.

Die neuen Spieler und auch diejenige, die wieder zurück aus der Verletzung kommen, werden von Titz immer weiter einbezogen in seine Spielphilosophie. Kraft tanken, Abläufe automatisieren – das wird in den kommenden zwei Wochen im Fokus stehen.

Die Ungeduld der Fans ist verständlich, aber die Mannschaft braucht sie jetzt mehr denn je.