Migration 173 Schleusungen am Wochenende in Grenzregion zu Polen
Frankfurt (Oder)/Forst - Die Polizei hat am Wochenende insgesamt 173 unerlaubte Einreisen in der Grenzregion zu Polen aufgedeckt. Allein in Forst (Landkreis Spree-Neiße) wurden von der Bundespolizei nach Angaben vom Montag insgesamt 115 Menschen aufgegriffen, die illegal eingereist waren. Demnach handelte es sich überwiegend um syrische und türkische Staatsangehörige im Alter zwischen einem und 46 Jahren.
So wollten etwa Einsatzkräfte am Sonntag einen Kleintransporter nahe Cottbus kontrollieren. Der Fahrer missachtete jedoch die Anhaltesignale und floh in Richtung Ortsteil Kiekebusch, wo er 20 syrische Staatsangehörige im Alter von 16 bis 42 Jahren absetzte und anschließend flüchtete. Seinen Transporter ließ er in einem Nachbardorf zurück und floh dann zu Fuß. Fahndungsmaßnahmen blieben bislang erfolglos.
Gegen den unbekannten mutmaßlichen Schleuser wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen die mutmaßlich Geschleusten ermittelt die Bundespolizei unter anderem wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise. Die Betroffenen wurden nach einem Schutzersuchen in die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes weitergeleitet. Die unbegleiteten Minderjährigen wurden dem zuständigen Jugendamt übergeben.
In Frankfurt (Oder) stellten Bundespolizisten durch Kontrollen die unerlaubte Einreise von insgesamt 58 Menschen an der Frankfurter Stadtbrücke, am Bahnhof Frankfurt (Oder) und der Autobahn 12 fest. Dabei handelte es sich überwiegend um Männer im Alter zwischen 16 und 53 Jahren aus Afghanistan, Ägypten, Syrien und dem Iran.
Mit einer Taskforce wollen Deutschland, Polen und Tschechien stärker gegen irreguläre Migration an ihren Grenzen vorgehen. Laut Bundesinnenministerium ist geplant, effektiv gegen Schleuser vorzugehen sowie unerlaubte Einreisen zu erkennen und zu verhindern. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat dazu verstärkte flexible Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Polen angekündigt. Feste Grenzkontrollen wie an der Grenze zwischen Bayern und Österreich will sie darüber hinaus derzeit nicht bei der EU-Kommission beantragen. Die Union fordert dies auch für die Grenzen zu Polen und Tschechien.