Ärztemangel 214 für 60: Bewerbungen für Landarztquote stabil
Mehr als 200 Menschen sind bereit, sich für einen Medizin-Studienplatz dazu zu verpflichten, später als Landärztin oder Landarzt zu arbeiten. Jetzt beginnt der Auswahlprozess.

Hannover - Das Interesse an der Landarztquote gegen den Ärztemangel in Niedersachsen bleibt stabil. Für das kommende Studienjahr gingen bis Ende Januar 214 Bewerbungen ein, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Im Vorjahr hatte es 204 Bewerbungen gegeben.
Auffällig ist ein hoher Frauenanteil: Mindestens 124 Bewerbungen kamen in diesem Durchgang von Frauen, lediglich 77 von Männern. Die übrigen 13 Bewerber machten keine Angabe zum Geschlecht.
Im nächsten Schritt werden nun 120 Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Auswahlgespräch eingeladen. Die 60 besten erhalten anschließend die Möglichkeit, sich für das Medizinstudium einzuschreiben. Vergeben werden zum Wintersemester 18 Plätze in Hannover, 15 in Göttingen und 12 in Oldenburg sowie weitere 15 Plätze zum Sommersemester in Göttingen.
250.000 Euro Strafe drohen bei Rückzieher
Die Landarztquote erleichtert jungen Menschen den Zugang zum Medizinstudium. Im Gegenzug müssen sie sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der Weiterbildung zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer Region mit zu wenigen Ärzten zu arbeiten. Machen sie davon einen Rückzieher, droht ihnen eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro.
Der aktuelle Bewerbungsdurchgang ist der vierte seit Einführung der Quote. Erstmals endete die Bewerbungsfrist dabei bereits Ende Januar statt Ende Februar oder Ende März. Das Ministerium begründete das damit, dass die zuständige Stelle so mehr Zeit für die Vorbereitung und Durchführung insbesondere des mündlichen Auswahlverfahrens habe.
In den ersten beiden Jahren hatten die Bewerberzahlen mit 299 beziehungsweise 278 noch deutlich höher gelegen als zuletzt.
Rot-Grün verfolgt Zehn-Punkte-Plan gegen Ärztemangel
In Niedersachsen fehlten nach Angaben von 2025 bereits rund 250 Hausärztinnen und Hausärzte für eine hundertprozentige Versorgung. Die älter werdende Bevölkerung könnte das Problem weiter verschärfen.
Die rot-grüne Landesregierung sieht die Landarztquote daher als Teil eines Zehn-Punkte-Plans gegen den Ärztemangel. Dazu zählen unter anderem auch ein Ausbau der Medizin-Studienplätze insgesamt, ein studienbegleitendes Mentoringprogramm sowie ein erleichterter Quereinstieg für Fachärzte, die in die Allgemeinmedizin wechseln wollen.