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Generation Deutschland AfD-Jugend gründet Berliner Landesverband - Proteste vor Ort

Die Junge Alternative wurde vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Sie löste sich auf. Tickt die neue AfD-Jugendorganisation ähnlich? Sie ist nun auch in Berlin und Brandenburg präsent.

Von dpa Aktualisiert: 07.02.2026, 17:00
Martin Kohler wurde Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation in Berlin.
Martin Kohler wurde Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation in Berlin. Carsten Koall/dpa

Berlin - Die vor gut zwei Monaten gegründete AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) hat jetzt einen Landesverband in Berlin. Zur konstituierenden Versammlung kamen rund 30 Teilnehmer in die AfD-Bundesgeschäftsstelle im Bezirk Reinickendorf, wie ein Sprecher mitteilte. Zum Vorsitzenden wählten sie Martin Kohler. Er habe 31 von 31 Stimmer erhalten, hieß es. Jetzt gebe es auch in Berlin „eine schlagkräftige Jugend“, um in den Wahlkampf zu ziehen, sagte Kohler anschließend. 

Kohler ist Beisitzer im AfD-Landesvorstand und Jugendbeauftragter der Landespartei. Zudem ist er Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf und kandidiert bei der Wahl am 20. September für das Berliner Abgeordnetenhaus. Kohler war auch Landesvorsitzender der Vorgängerorganisation Junge Alternative. 

Protest vor Veranstaltungsort 

Die konstituierende Versammlung in der AfD-Bundesgeschäftsstelle im Bezirk Reinickendorf wurde von Protest begleitet. Die Polizei sprach von etwa rund 120 Demonstrantinnen und Demonstranten. Absperrgitter schirmten das AfD-Gebäude ab. 

Auf Schildern und Transparenten der protestierenden Menschen war unter anderem „Rassismus ist keine Alternative“, „AfD - Verbot jetzt“ oder „Antifaschismus bleibt international“ zu lesen. Auch in Brandenburg gab es Proteste, wo die AfD-Jugendorganisation in Königs Wusterhausen am Vormittag mit einer Gründungsveranstaltung einen Landesverband aufstellte.

Neue Organisation folgt auf rechtsextreme Junge Alternative

Die Generation Deutschland wurde im November vergangenen Jahres in Gießen gegründet und folgt der aufgelösten Jungen Alternative (JA). Diese hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Die Organisation war vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden und lief Gefahr, verboten zu werden. Die AfD hatte wenig Einfluss auf die JA, was bei extremen Vorfällen regelmäßig auf das Image der Partei zurückfiel. 

Die neue Jugendorganisation, die nun auch einen Berliner und Brandenburger Landesverband hat, ist enger an die AfD angedockt. Mitglied kann in der Regel nur noch sein, wer auch schon in der AfD ist. 

Zum GD-Bundesvorsitzenden war bei der Gründungsversammlung in Gießen der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm gewählt worden. Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft ihn wie auch den AfD-Landesverband als rechtsextremistisch ein.