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„One Billion Rising“ Aktion gegen Gewalt an Frauen am Valentinstag in Brandenburg

Statt Herzchen und Blumen: Am Valentinstag protestieren Menschen in mehreren Städten Brandenburgs tanzend gegen Gewalt an Frauen. Justizminister Grimm will den Schutz verbessern.

Von dpa Aktualisiert: 14.02.2026, 21:23
Die Zahl der erfassten Gewalttaten gegen Frauen ist gestiegen: Mit Tanzaktionen am Valentinstag wollen Städte ein Zeichen gegen Gewalt setzen. (Symbolbild)
Die Zahl der erfassten Gewalttaten gegen Frauen ist gestiegen: Mit Tanzaktionen am Valentinstag wollen Städte ein Zeichen gegen Gewalt setzen. (Symbolbild) Fabian Sommer/dpa

Potsdam/Oranienburg - Valentinstag ohne Herzchen-Kitsch: Als Zeichen gegen Gewalt an Frauen haben sich mehrere Städte in Brandenburg an der weltweiten Aktion „One Billion Rising“ beteiligt. Justizminister Benjamin Grimm (SPD) warb für die Pläne, dass Familiengerichte Gewalttäter bei Hochrisikofällen zum Tragen von elektronischen Fußfesseln verpflichten können. 

„Dann soll es diese Fußfessel geben und auch ein Warngerät für das Opfer“, sagte Grimm in der RBB-Sendung Brandenburg Aktuell. Damit könne sich das Opfer in Sicherheit bringen. In Spanien werde dies erfolgreich angewandt. Der Bundestag berät Ende Februar über den Gesetzentwurf.

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) machte bei einer Tanzdemo am Brandenburger Tor mit. „Eine Milliarde Frauen weltweit sind mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Das müssen wir noch viel stärker ans Licht bringen“, sagte Aubel. Ein Teil ihrer Rede wurde bei Instagram veröffentlicht. Mit Blick auf das diesjährige Motto „Ni una menos“ (nicht eine weniger) sagte sie: „Wir lassen keine Frau zurück, jede Frau zählt.“

Bewegung will Ende von Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Auch in Cottbus und anderen Städten wie Rathenow, Angermünde und Königs Wusterhausen waren Aktionen geplant. Die Stadt Oranienburg folgt mit einer Tanzaktion am Montag auf dem Schlossplatz.

Die weltweite Bewegung „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) demonstriert am Valentinstag an öffentlichen Plätzen tanzend, um ein Ende von Gewalt gegen Mädchen und Frauen einzufordern. Die Bewegung wurde 2012 von der Künstlerin Eve Ensler initiiert.

Höchster Stand seit fünf Jahren bei häuslicher Gewalt

In Brandenburg erreichten die erfassten Fälle häuslicher Gewalt im Jahr 2024 nach Polizei-Angaben mit 6.790 den höchsten Stand seit fünf Jahren. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. 

Die Aktion sei auch ein kritisches Zeichen gerade am Valentinstag, „der mit Herzchen, Blumen und Konsumaufforderungen romantische Paarbeziehungen zelebriert, ihren gesellschaftlichen Wert überhöht und Geschlechterhierarchien zementiert“, teilten die Potsdamer Organisatoren, darunter das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser, mit. Die meiste geschlechtsspezifische Gewalt gebe es in Paarbeziehungen oder Familien.