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Korruptionsprozess Angeklagter Staatsanwalt legt Geständnis für einige Taten ab

Der Staatsanwalt gibt vor Gericht zu, für Ermittlungsinterna Geld von Kokain-Händlern kassiert zu haben. In einen der aufsehenerregendsten Prozesse des Landes kommt plötzlich Bewegung.

Von dpa 13.01.2026, 12:08
Der angeklagte Staatsanwalt aus Hannover hat gestanden, gegen Geld eine international agierende Kokain-Bande mit Informationen versorgt zu haben. Im Hintergrund sind seine zwei Verteidiger im Gespräch zu sehen.
Der angeklagte Staatsanwalt aus Hannover hat gestanden, gegen Geld eine international agierende Kokain-Bande mit Informationen versorgt zu haben. Im Hintergrund sind seine zwei Verteidiger im Gespräch zu sehen. Shireen Broszies/dpa

Hannover - Nach einem Verständigungsvorschlag der Strafkammer hat der wegen mutmaßlicher Geschäfte mit Kokain-Händlern angeklagte Staatsanwalt den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Ihn könnte nun eine Freiheitsstrafe zwischen 8 Jahren und 2 Monaten sowie 8 Jahren und 9 Monaten erwarten. Ein Urteil ist noch nicht gefallen.

Angeklagter räumt 9 von 14 Taten umfassend ein 

Auf Basis von Gesprächen außerhalb der Hauptverhandlung nahmen Verteidigung und Staatsanwaltschaft einen Verständigungsvorschlag der Kammer an: Für den Fall einer uneingeschränkten geständigen Einlassung zu einem bestimmten Teil der 14 Anklagepunkte sagte ihm die Vorsitzende Richterin den genannten Strafrahmen zu.

Der Angeklagte räumte daraufhin 9 Taten aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Osnabrück umfassend ein. Pro Tat, bei der er Kokain-Händlern nach eigenen Angaben Informationen verkaufte, habe er 2.500 Euro erhalten. Im Gegenzug wurden die 5 weiteren Anklagepunkte auf Antrag der Staatsanwaltschaft fallen gelassen.

Angeklagte will Verfahrensende und bessere Haftbedingungen

Bisher hatten sich die Prozessbeteiligten auf eine lange Verfahrensdauer eingestellt: Verhandlungstage sind bis Ende Mai 2026 terminiert. Laut Verteidigung erhofft sich der Angeklagte von der Verständigung neben einem deutlich rascheren Ende des Verfahrens auch bessere Haftbedingungen.

Der in Untersuchungshaft sitzende Jurist soll zwischen Juni 2020 und März 2021 gegen Geld Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und eine internationale Drogenbande vor einer Razzia gewarnt haben. Sie hing mit dem Fund von 16 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen zusammen.