Durch Netflix-Serie berühmt geworden

Anna Sorokin: Wird die Hochstaplerin nach Deutschland abgeschoben?

Durch die Netflix-Serie "Inventing Anna" wurden Anna Sorokin und ihre Geschichte weltweit bekannt. Seit Monaten sitzt sie bereits in New York im Gefängnis. Nun droht ihr die Abschiebung nach Deutschland.

Aktualisiert: 06.10.2022, 11:41
Anna Sorokin, eine russisch-deutsche Hochstaplerin, erwartet in den USA die Entscheidung eines Einwanderungsgerichts. Möglicherweise droht ihr die Abschiebung nach Deutschland.
Anna Sorokin, eine russisch-deutsche Hochstaplerin, erwartet in den USA die Entscheidung eines Einwanderungsgerichts. Möglicherweise droht ihr die Abschiebung nach Deutschland. Foto: imago images/Zuma Wire

New York/Halle (Saale)/DUR/jsp – Anna Sorokin wurde in Russland geboren und wuchs in Deutschland auf. In der New Yorker High Society gab sie sich als Millionärserbin aus und täuschte nicht nur ihre Freunde, sondern auch Hotels, Geschäftsleute und Banken.

Betrug unter New Yorks Reichen: Anna Sorokin erschlich sich 250.000 Euro

Insgesamt erschlich sie sich eine Summe von rund 250.000 Euro und landete 2017 im Gefängnis. Zwei Jahre später wurde sie offiziell zu einer vierjährigen Haftsrafe verurteilt. Im Anschluss an ihre absolvierte Haftstrafe kam Sorokin 2021 in Abschiebehaft, weil sie mit ihrem Visum zu lange in den USA blieb.

Droht Anna Sorokin die Abschiebung nach Deutschland?

Nach etwa 17 Monaten in Abschiebehaft hat ein Richter nun veranlasst, dass Anna Sorokin aus dem Gefängnis entlassen werden soll. Für die Freilassung der 31-Jährigen wird eine Kaution in Höhe von 10.000 Dollar (etwa 10.000 Euro) fällig und auch dann ist sie keine freie Frau – sie soll unter Hausarrest stehen und rund um die Uhr elektronisch überwacht werden. Zusätzlich darf sie nichts auf ihren Social-Media-Kanälen posten.

Diese Auflagen gelten so lange, bis ein Einwanderungsgericht entschieden hat, ob die Deutsch-Russin in den USA bleiben darf oder zurück nach Deutschland abgeschoben wird. Ihr Anwalt Duncan Levin sieht die Entscheidung des Richters dennoch positiv. "Der Richter hat richtig erkannt, dass Anna keine Gefahr für die Gesellschaft darstellt," sagte er gegenüber dem Forbes Magazin.

Schauspielerin Julia Garner verkörpert die Rolle der Anna Delvey in der Netflix-Serie "Inventing Anna".
Schauspielerin Julia Garner verkörpert die Rolle der Anna Delvey in der Netflix-Serie "Inventing Anna".
Foto: Imago images/Zuma Press

Anna Sorokin lebte als Anna Delvey in den USA

Während ihrer Zeit in New York lebte Anna Sorokin unter dem Pseudonym Anna Delvey. Unter diesem Namen wollte sie eine Kunststiftung, die "Anna Delvey Foundation", gründen. Ihren Geschäftsplan stellte sie unter anderem Immobilienmogul Aby Rosen, sowie Unternehmer und Autor Roo Rogers vor.

In der Netflix-Serie "Inventing Anna", die im Februar 2022 auf der Streaming-Plattform erschien, wird die Rolle der Anna Delvey von Julia Garner gespielt. In insgesamt neun Episoden wird die Geschichte von Anna Sorokin alias Anna Delvey erzählt.

Wo in Deutschland wurde "Inventing Anna" gedreht?

Anna Sorokin ist in Eschweiler zur Schule gegangen. In der Serie gibt es mehrere Szenen, die in Deutschland spielen sollen. Tatsächlich wurde keine der Szenen in Eschweiler gedreht, dafür in Berlin, Nauen und am Flughafen Halle/Leipzig.

Wo lebt Anna "Delvey" Sorokin heute?

Anna Sorokin alias Anna Delvey hält sich immer noch im Bundesstaat New York auf. Im Gefängnis in Goshen erwartet die 31-Jährige zurzeit ihre Freilassung. Wo sie danach hinzieht, ist bislang noch unklar.

Hat Anna "Delvey" Sorokin Instagram?

Auf der Social-Media-Plattform Instagram existieren gleich mehrere Accounts, die ihren Namen tragen und sich für Anna Sorokin ausgeben. Ob einer der Accounts tatsächlich ihr gehört, bleibt zu bezweifeln. Ein Richter hat entschieden, dass weder sie selbst Inhalte im Internet posten darf noch eine dritte Person in ihrem Auftrag.

Was verdient Anna Sorokin an Netflix?

Laut der Webseite Buzzfeed soll Anna Sorokin 320.000 US-Dollar (etwa 320.000 Euro) mit dem Verkauf ihrer Lebensgeschichte verdient haben. Fast die gesamte Summe seien für Bußgelder, Entschädigungen und Anwaltskosten draufgegangen.