Haftstrafe für „Mr. Bond“

Musik zum Anschlag in Halle: Neonazi-Rapper zu zehn Jahren Haft verurteilt

Ein rechtsextremer Rapper aus Österreich ist am Donnerstag zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Attentäter von Halle hatte seine Musik während seiner Tat im Livestream verwendete.

01.04.2022, 07:27
Bei einem rechtsextremistischen Anschlag in Halle wurden im Oktober 2019 zwei Menschen getötet. Der Attentäter übertrug seine Tat live im Internet.
Bei einem rechtsextremistischen Anschlag in Halle wurden im Oktober 2019 zwei Menschen getötet. Der Attentäter übertrug seine Tat live im Internet. Hendrik Schmidt/dpa

Wien/dpa - Ein österreichischer Rapper ist wegen Verstößen gegen das NS-Verbotsgesetz zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Anschlag in Halle (Saale): Haftstrafe für Neonazi-Rapper aus Österreich

Die rechtsextremen Songs des Musikers mit dem Künstlernamen Mr. Bond erlangten nach dem Anschlag in Halle an der Saale im Jahr 2019 breitere Bekanntheit, weil der rechte Terrorist den Livestream seiner Tat im Internet mit der Musik des Österreichers unterlegte.

Der Richter am Wiener Landesgericht begründete sein Urteil am Donnerstag mit der Gefährlichkeit des 37-jährigen Angeklagten.

„Mr. Bond“ verherrlicht Nationalsozialismus

Der Richter wies darauf hin, dass seine Songs im Internet bereits ein paar hunderttausend Mal heruntergeladen worden sind. Laut Anklage verherrlichte der Rapper in seiner Musik und seinen Videos den Nationalsozialismus, Adolf Hitler und die Massenvernichtung von Juden.

Außerdem habe er Hass-Lieder gegen Homosexuelle, Muslime und Menschen mit dunkler Hautfarbe produziert. Er hatte auch ein Video verbreitet, in dem er dem Attentäter Tribut zollte, der 2019 in Moscheen in Christchurch in Neuseeland 51 Menschen tötete.

Rapper bekennt sich vor Gericht schuldig

Der Angeklagte bekannte sich schuldig. „Ich war verblendet und erkenne erst jetzt die Tragweite meines Handelns“, sagte er vor Gericht. Sein 34 Jahre alter Bruder wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.

Der gestand zwar, eine rechtsextreme Website betrieben zu haben, doch er bestritt, die Musik seines älteren Bruders im Internet hochgeladen zu haben. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.