Aufgespießt 1.000 Euro für sieben km/h zu viel
Skurriler Bußgeldfall beschäftigt nun die deutsche Justiz.

Behörden sind manchmal erstaunlich kreativ – so wie die Bußgeldstelle Speyer. Sie hat eine neue Rechenart erfunden: Kleinwagen + Bus = Lastwagen. Und überraschte den Pkw-Fahrer jetzt mit einem Bußgeldbescheid über 1.011,50 Euro nebst einmonatigem Fahrverbot. So rücksichtslose Raser wie der Kleinwagen-Pilot müssen schließlich zur Räson gebracht werden: Statt mit erlaubten 120 Stundenkilometern war er mit 127 unterwegs. Also unverantwortliche sieben km/h zu viel!
Oder doch mit 47 Stundenkilometern über dem Limit, wie die Bußgeldstelle meint? Denn für Lkw gilt an der Kontrollstelle nur Tempo 80. Möglicherweise, so vermuten der Fahrer und sein inzwischen hinzugezogener Anwalt, hat sich die Blitzer-Elektronik von einem Bus irritieren lassen, der im Hintergrund des Fotos zu sehen ist – aber in die andere Richtung fährt.
Was eine richtige deutsche Behörde ist, lässt die sich durch solche Ausreden aber nicht abbringen – besonders nicht in Zeiten leerer öffentlicher Kassen: Der Widerspruch wurde abgelehnt, die Akten zu weiteren Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Auf dass sich niemand wundere, dass die Justiz überlastet ist.