Aufgespießt

Autobahnbrücke als Partybunker

Wenn Beats sogar den Straßenlärm übertönen / Bröselt jetzt der Beton?

Von Siegfried Denzel 03.08.2021, 00:01
Der Hohlraum einer Autobahnbrücke in Nordrhein-Westfalen diente am Wochenende als illegaler Partybunker.
Der Hohlraum einer Autobahnbrücke in Nordrhein-Westfalen diente am Wochenende als illegaler Partybunker. Foto: dpa

Feiern, bis die Brücke wackelt: Mit einem kreativen „Kulturbeitrag“ hat ein 20-Jähriger im nordrhein-westfälischen Engelskirchen einen Polizeieinsatz ausgelöst. Denn Anwohner vernahmen von einer nahen Brücke der A 4 statt des sonoren „tock-tocktock-tock“ der über Fahrbahnfugen hinwegdonnernden Lkw und den Motorgeräuschen beschleunigender Autos fette Techno-Beats. Und die kamen nicht etwa von der Brücke – sondern direkt aus dem Beton!

Unklar ist, warum ein Autobahn-Anlieger die Polizei gerufen hat: Als Retourkutsche dafür, dass er den Party-Eingang nicht gefunden hat? Oder machte er sich Sorgen um die Standsicherheit der Brücke? Wir wissen es nicht.

Wohl aber ist bekannt, dass die Polizei den Beats folgte und in einem Brücken-Hohlraum landete, in dem der 20-Jährige neben einer gut gefüllten Bar auch eine wattstarke Musik- und Lichtanlage aufgebaut hatte und sie mit Diesel-Generatoren auf Touren brachte. Doch die Polizei machte die Spaßbremse – und schickte die 100 Gäste nach Hause. Unbestätigten Angaben zufolge ermitteln die Beamten noch immer, ob der Beton seit den Schall-Attacken bröselt...